SpielberichteSpielbericht: FSV Köln 99 II vs. Croatia

Spielbericht: FSV Köln 99 II vs. Croatia

Schwache Kroaten mit Remis zum Rückrundenauftakt
 
Dem HNK Croatia Köln ist die erhoffte Revanche nicht gelungen. Beim zweiten Aufeinandertreffen mit dem 1. FSV Köln 99 II binnen 14 Tagen kommt die Caleta-Elf in Weidenpesch nicht über ein mageres 1:1 (0:1) hinaus.
 
Nach dem Aufeinandertreffen vor zwei Wochen, das die FSV-Reserve für sich entscheiden konnte, wollten die „kölschen Kroaten“ bei herrlichen Temperaturen unbedingt Wiedergutmachung betreiben. Trainer Caleta änderte sein Team im Vergleich zum „Hinspiel“ auf mehreren Positionen, schickte es jedoch erneut in einer 3-5-2-Formation aufs Feld.
 
In der 6. Minute drang Flügelflitzer Ljubo Rados in den Strafraum ein, in letzter Sekunde hinderte ihn aber ein gegnerischer Verteidiger am Abschluss. Kurz darauf konnte der HNK einen Freistoß nicht entscheidend klären, sodass die Heimelf von der Sechzehnergrenze ins linke untere Eck zur 1:0-Führung traf (10.). Nachdem ein am zweiten Pfosten postierter FSV-Akteur einen Eckstoß nur um Haaresbreite per Kopf verpasste, monierte das Croatia-Lager ein Handspiel im Strafraum der Gastgeber. Der Unparteiische ließ das Spiel weiterlaufen, woraufhin Danijel Matic mit einem unplatzierten Schuss am Torwart scheiterte. Wenige Augenblicke später folgte eine Kopfball- Bogenlampe von Vedran Kosic, die dem Keeper ebenfalls keine Schwierigkeiten bereitete (18.). In der 22. Minute setzte die FSV-Zweitvertretung die Kugel knapp am Gehäuse vorbei, ehe ein gegnerisches Bein eine aussichtsreiche Croatia-Chance zunichtemachte. Nach toller Vorarbeit von L. Rados suchte Kosic im Zentrum den direkten Abschluss, aber ein Verteidiger warf sich in die Schussbahn und blockte das Leder auf diese Weise erfolgreich (30.). Nur eine Minute später vergaben die Gastgeber eine hundertprozentige Möglichkeit, als ein Weidenpescher das Spielgerät völlig freistehend über den Kasten beförderte (31.). An der letzten nennenswerten Aktion vor dem Seitenwechsel waren erneut L. Rados und Kosic beteiligt, diesmal jedoch in vertauschten Rollen. Eine Kosic-Flanke erreichte Rados in der Angriffsmitte, dieser versuchte es mit einer Direktabnahme, wobei er die Kugel nicht vernünftig traf, sodass keine Torgefahr erzeugt werden konnte (33.). Da bis zum Halbzeitpfiff nichts mehr passierte, ging der HNK mit einem knappen Rückstand in die Pause.
 
Trotz einer enttäuschenden Vorstellung in den ersten 45 Minuten fand Trainer Caleta in seiner Ansprache viele positive Worte. Natürlich gab es auch einige kritische Anmerkungen, jedoch stand der mentale Aufbau einer alles andere als selbstbewussten Elf klar im Vordergrund.
 
Der zweite Durchgang konnte für Croatia kaum besser beginnen. Nach einem Matic-Freistoß leistete sich ein FSV-Spieler einen Querschläger, der genau bei L. Rados landete. Der Jüngste im Team fackelte nicht lange und versenkte den Ball ins lange Eck – 1:1 (47.). Nach 55 Minuten kam Kosic zu einer guten Möglichkeit aus halblinker Position, doch sein Abschluss war zu harmlos, um den FSV-Keeper in Bedrängnis zu bringen. In der 66. Minute wurde dem HNK ein klarer Strafstoß verweigert. Jozo Radmilo hatte sich den Ball am Torwart, der wiederum nur in den Mann sprang, vorbeigelegt. Kurioserweise entschied der Schiedsrichter auf Eckstoß (!). Aber auch dieser sollte für Gefahr sorgen, denn der aufgerückte Ante-Toni Cosic platzierte einen Kopfball nur knapp neben das Gehäuse (67.). Auf der anderen Seite kam die Heimelf ebenfalls nach einem Eckstoß zu einer Kopfball-Gelegenheit, allerdings erwischte der FSV-Akteur, in zentraler Position stehend, das Spielgerät nicht voll, sodass es deutlich am Tor vorbeiging (76.). In der 80. Minute bemängelten die Gastgeber einen nicht gegebenen Strafstoß, als ein Angreifer im Laufduell zu Fall gebracht wurde. Anschließend stand Radmilo gleich zweimal im Mittelpunkt. Zunächst jagte er die Kugel aus guter Schussposition deutlich über den Kasten (81.), ehe er einen „Hochkaräter“ vergab, als er den Ball völlig unbedrängt knapp über den Querbalken donnerte (82.). Endgültig zur Verzweiflung wurde das Croatia-Lager in der 86. Minute gebracht. Zuerst erhielt die Caleta-Elf starke Unterstützung von der Eckfahne (!), als der Ball an ihr abprallte und ins Feld zurücksprang. Kosic reagierte blitzschnell und enteilte einem Defensivspieler, der das Leder in Gedanken schon im Toraus sah und somit vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Urplötzlich sahen sich drei HNK-Akteure nur noch dem gegnerischen Torhüter gegenüber, denn in der Mitte warteten mit Matic und Radmilo zwei einschussbereite Spieler, um den „Dreier“ bzw. die Revanche (höchstwahrscheinlich) perfekt zu machen. Kosic suchte jedoch selbst den Abschluss und scheiterte am Schlussmann. Der Ausdruck „hundertprozentige Chance“ wäre an dieser Stelle sogar untertrieben. Folglich mussten sich die Caleta-Schützlinge nach 90 niveauarmen Minuten mit einem 1:1 begnügen.
 
Dass es beim HNK im sportlichen Sinne nicht rund läuft und dem Verein eine Menge Arbeit bevorsteht, war schon vor dieser Begegnung bestens bekannt. Weitere 90 Minuten haben diese Tatsache lediglich bestätigt. Dies ist auch nicht unbedingt tragisch, denn jede Mannschaft durchschreitet mal ein dunkles Tal. Problematisch wird es jedoch, wenn man feststellen muss, dass einige Akteure aufgrund eines dünnen Nervenkostüms nicht den souveränsten Eindruck hinterlassen. Zugegeben, die Partie nahm im zweiten Durchgang an Härte und Nickligkeiten zu. Nichtsdestotrotz wünscht und erwartet man eine deeskalierende Haltung seiner Spieler.
 
Am kommenden Sonntag empfängt der HNK Croatia Köln den KSV Heimersdorf. Anstoß ist um 15 Uhr.
 
Aufstellung: 1 Nevistic – 5 T. Rados, 4 Cosic, 13 Komljenovic – 3 Bilic (ab 53. 2 Skvaric), 8 Dzelalija – 11 L. Rados, 6 Radmilo, 12 Soldan (ab 62. 14 Kelcec) – 9 Kosic, 41 Matic
Tore: 1:0 (10.), 1:1 L. Rados (47.)
Gelbe Karten: Radmilo (43.), L. Rados (58.), Kosic (60.), Dzelalija (70.), Skvaric (77.), Matic (89.) / 1. FSV Köln 99 II (70., 87.)
 
Geschrieben von: Manuel Herceg