SpielberichteSpielbericht: Croatia vs. Telekom-Post I

Spielbericht: Croatia vs. Telekom-Post I

Niederlagenserie gestoppt!

Dank eines 5:2 (1:1)-Heimerfolgs gegen die SG Telekom-Post gelingt dem HNK Croatia Köln nach vier Pleiten in Folge ein vorläufiger Befreiungsschlag. Tomislav Zlatunic glänzt in der Caleta-Elf als vierfacher Vorbereiter.


Bei herrlichen frühsommerlichen Temperaturen erwarteten die „kölschen Kroaten“ den Orts-, gleichzeitig aber auch Tabellennachbarn SG Telekom-Post. Da sich beide Teams in gesicherten Regionen befinden, konnten sie befreit aufspielen.

Zlatunic, der nach längerer Abwesenheit sein Comeback feierte und noch eine tragende Rolle spielen sollte, eröffnete die Begegnung auf dem heimischen Rasenplatz mit einem Weitschuss, der am Kasten vorbeiging (1.). Der Unparteiische hatte bereits auf Abstoß entschieden, als Telekom- Trainer Kleinebreil, der persönlich aushelfen musste, den Schiedsrichter darauf hinwies, den Ball leicht abgefälscht zu haben. Der Regelhüter korrigierte folglich seine Entscheidung. Die stark getretene Zlatunic-Ecke drückte der am zweiten Pfosten stehende Danijel Komljenovic zum 1:0 über die Linie (2.). Der Gästecoach erntete für sein faires Verhalten zu Recht Beifall. Dass so viel Ehrlichkeit jedoch dermaßen bestraft wurde, war aus Telekom-Sicht natürlich sehr bitter. In der 5. Minute konnte ein Gästeverteidiger einen scharf getretenen Zlatunic-Freistoß nicht richtig klären, Stürmer Ante Zgela setzte die Kugel anschließend per Kopf neben das Gehäuse. Bei der nächsten Zlatunic-Ecke verfehlte ein herrlicher Komljenovic-Kopfball das rechte obere Eck nur um wenige Zentimeter (10.). Kurz darauf tauchte Zlatunic vor dem Gästetor auf, schoss das Leder aber am langen Pfosten vorbei (14.). Nachdem Croatia-Keeper Stephan Felsner stark gegen einen durchgestarteten Telekom-Akteur klärte (21.), feuerte die Gästeelf nach 23 Minuten ihren bis dahin ersten Torschuss ab, der allerdings weit am Kasten vorbeiging.

Eine Minute später besaß Innenverteidiger Ante-Toni Cosic, der sich in dieser Szene geschickt ins Offensivspiel eingeschaltet hatte, eine aussichtsreiche Gelegenheit. Nach feinem Zuspiel von Ivan Nevistic schloss der Abwehrspieler in Stürmermanier ab, platzierte die Kugel jedoch ganz knapp über den Querbalken (24.). Ein Freistoß von Frankopan Bago ging klar am Tor vorbei (27.), ehe die SG den todsicheren Ausgleich verpasste. Den ersten Schussversuch parierte Felsner gerade noch so mit den Fingerspitzen. Den Nachschuss brauchte man lediglich locker einzuschieben, stattdessen jagte ein Gästespieler diesen aus kürzester Distanz mit voller Wucht über das Tor (30.). Wahnsinn! In der 32. Minute war ein Telekom-Verteidiger nach einer Hereingabe von Ljubo Rados gegen Zlatunic zur Stelle, bei seiner Rettungstat wäre ihm beinahe jedoch ein Eigentor unterlaufen. Der Schlussmann stand allerdings goldrichtig und wehrte ab. Den nachfolgenden Zlatunic-Eckstoß köpfte Komljenovic über den Kasten. Nachdem Cosic einen Gästeschuss stark blockte (35.), zeigte Felsner nach einem weiteren wuchtigen Telekom-Abschluss eine gute Reaktion (37.). In der 38. Minute machte Nevistic eine unglückliche Figur, als er ein Luftloch schlug. Nutznießer war ausgerechnet der SG-Unglücksrabe, der zuvor noch die „Tausendprozentige“ liegen ließ. Diesmal behielt er die Nerven und traf überlegt zum 1:1. Kurz vor dem Pausenpfiff schoss Kapitän Tomislav Rados einen Freistoß deutlich über das Tor (41.), ebenso köpfte Cosic einen Zlatunic-Freistoß weit neben das Gehäuse (42.).

Die ersten 20 Minuten hatten die Caleta-Schützlinge vollkommen im Griff. Die HNK-Führung ging in dieser Phase, auch wenn sie für die Gäste unglücklich zustande kam, sicherlich in Ordnung. In der Folge verlor die Kölner Croatia allerdings den Faden und Telekom kam immer besser ins Spiel. Der Gästeausgleich, dem ein klarer Abwehrfehler vorausging, war nach 45 Minuten somit ebenfalls nicht unverdient. Trainer Caleta nahm eine Veränderung vor, Tomislav Soldan ersetzte Nevistic.

Im zweiten Durchgang reagierte der Gästetorwart bei einem Cosic-Kopfball nach einer Zlatunic- Ecke sehenswert. Telekom bekam das Leder nicht aus dem Strafraum, T. Rados scheiterte daraufhin

am Pfosten (51.). Bei einer hervorragenden Konterchance konnte ein Gästespieler nur durch ein Foul im Sechzehner am Torschuss gehindert werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Schütze sicher zum 1:2. Felsner ahnte zwar die Ecke, der Strafstoß war jedoch zu platziert (58.). Nach 66 Minuten landete ein Schussversuch der SG klar neben dem Gehäuse. Auf der anderen Seite führte erneut eine Standardsituation zum Erfolg, als Cosic einen Zlatunic-Freistoß per Kopf im gegnerischen Kasten unterbrachte – 2:2 (68.). Zwei Minuten später fehlten nur Zentimeter zur Croatia-Führung. Einen gefühlvollen langen Ball von L. Rados legte Bago per Brust hervorragend ab, Zgela fackelte keine Sekunde und nahm das Leder volles Risiko, traf aber leider nur die Latte. Tolle Offensivaktion der Caleta-Schützlinge, die einen Treffer verdient gehabt hätte (70.). Die Gäste ließen eine gute Möglichkeit ungenutzt, als sie die Kugel am langen Eck vorbeischossen (72.). Marko Dzelalija vergab ebenfalls eine aussichtsreiche Chance, der SG-Keeper parierte in dieser Situation gut. Im Gegenzug fälschte T. Rados einen Gästeabschluss gefährlich ab. Auch bei dieser Rettungsaktion wäre das Leder um ein Haar im eigenen Kasten gelandet, letztlich ging das Spielgerät ganz knapp am Aluminium vorbei (73.). Der herangerauschte Soldan blockte einen Telekom-Schuss im entscheidenden Moment (78.), bevor Felsner eine unangenehme Situation gegen einen Angreifer bereinigte (79.).

In der 80. Minute scheiterte Dzelalija erneut am gegnerischen Schlussmann, dieser reagierte dann noch ganz stark gegen den herangestürmten L. Rados, als er das Spielgerät in buchstäblich letzter Sekunde vor dem einschussbereiten HNK-Offensivspieler wegfaustete. Die anschließende Zlatunic- Ecke beförderte Kopfballungeheuer Cosic auf das SG-Gehäuse, ein Gästespieler fälschte das Leder entscheidend ab – 3:2. Nach schöner Vorarbeit von Dzelalija kam L. Rados zu einer sehr guten Möglichkeit, sein leider völlig misslungener Abschluss sorgte jedoch für keine Gefahr (83.). Nur eine Minute später erzielte der HNK die Vorentscheidung. Eine Flanke von L. Rados köpfte ein Gästeverteidiger genau vor Dzelalijas Füße, der ins lange Eck zum 4:2 traf (84.). In der 86. Minute hätte Dzelalija nach tollem Zuspiel des mittlerweile eingewechselten Jozo Radmilo seine persönliche Ausbeute in dieser Partie verdoppeln können, sein Abschluss ging allerdings knapp am Tor vorbei. Kurz darauf erhöhte der HNK das Ergebnis auf 5:2. Zlatunic schickte Zgela gegen eine sehr weit aufgerückte Telekom-Defensive auf die Reise, der Angreifer ließ sich die Chance nicht entgehen, um den Sack endgültig zuzumachen (88.). Die Gäste kamen danach noch zu zwei Möglichkeiten, zu einem weiteren Torerfolg reichte es allerdings nicht mehr. Zunächst ging ein Abschluss über das Croatia-Gehäuse (89.). In der Nachspielzeit setzte sich ein SG-Kicker auf der linken Seite schön durch, sein mustergültiges Zuspiel wusste ein Mitspieler nicht zu verwerten. Dieser vergab den „Hochkaräter“, indem er die Kugel ebenfalls über den Kasten beförderte (92.).

Das klare Endergebnis assoziiert eine eher einseitige Angelegenheit. Ganz so einfach war es am Ende aber nicht. Das Spiel des HNK hatte sicherlich seine Höhen, aber auch einige Tiefen. Insgesamt war es jedoch ein überzeugender Erfolg der Caleta-Jungs. Unmittelbar nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand handelte der HNK-Trainer, als er einen Abwehrspieler (Marko Skvaric) für einen Mittelfeldakteur (Radmilo) opferte, hinten auf eine Dreierkette umstellte und somit die Offensive verstärkte. Die taktische Änderung ging auf, der HNK drehte die Partie. Kurzum: Alles richtig gemacht! Zudem erwiesen sich die zahlreichen, brillant getretenen Standards von Zlatunic, der eine tolle Rückkehr als Stratege feierte, als enorm starke Waffe. Die kopfballstarken Cosic und Komljenovic profitierten ein ums andere Mal von den ungemein präzise getretenen Bällen. Die ersten drei Croatia-Treffer fielen allesamt nach solchen Situationen. Die Begegnungen mit der SG Telekom-Post sind immer wieder ein Vergnügen. Zum ebenfalls in Bocklemünd beheimateten Verein besteht aus HNK-Sicht schon eine besondere Verbindung. Seit der Saison 2010/11, in der die „kölschen Kroaten“ erstmals die Kölner Fußballbühne betraten, gab es in bislang jeder Spielzeit ein Kräftemessen zwischen den beiden Klubs. In der Kreisliga D herrschte noch eine gesunde sportliche Rivalität, lieferten sich die beiden damals überragenden Teams der Staffel 8 doch ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft. Fast vier Jahre später pflegt der HNK ein fast schon freundschaftliches Verhältnis zur SG. Nicht umsonst heißt es so schön: Fußball verbindet! Wir freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen in der kommenden Spielzeit und zwei weitere spannende Duelle. Bis dahin wünschen wir der jungen Truppe von Trainer Askanius Kleinebreil und Betreuer Gerd Heinen viel Erfolg. Ebenso noch schnelle Genesungswünsche an den Telekom-Übungsleiter, der das Spielfeld bereits früh aufgrund einer Verletzung verlassen musste, und noch einmal ein großes Kompliment für das sportlich faire Verhalten kurz nach Spielbeginn.

Die Saison 2013/14 neigt sich dem Ende zu. Für viele Teams geht es um nichts mehr, für die Spitzenmannschaften hingegen geht es in den meisten Fällen um alles. So auch in der Staffel 4. Tabellenführer Schwarz-Weiß konnte seinen Matchball beim Ligazweiten aus Roggendorf nicht nutzen. Die „Nordsterne“ verließen die heimische Alm als Sieger und verkürzten den Abstand auf den Konkurrenten aus dem Kölner Westen auf einen einzigen Zähler. Zwei Spieltage vor Schluss ist der Titelkampf damit nochmal richtig spannend geworden. Wer nun in Sachen Aufstieg ganz sicher gehen will, für den gilt: Ausrutscher streng verboten! Was die Caleta-Elf mit dieser Geschichte zu tun hat? Sehr viel, denn am kommenden Sonntag gastiert der HNK Croatia Köln beim SSV Roggendorf/Thenhoven. Ein volles Haus wird wohl zu erwarten sein sowie hochmotivierte Gastgeber, die von der ersten Sekunde an aufs Gaspedal treten werden. Der HNK wird seinerseits alles, was er hat, in die Waagschale werfen müssen, um dagegenhalten zu können. Anstoß ist um 15 Uhr.

Aufstellung: 1 Felsner – 2 Skvaric (ab 61. 6 Radmilo), 4 Cosic, 5 T. Rados, 50 Nevistic (ab 46. 7 Soldan) – 23 Bago, 13 Komljenovic – 11 L. Rados, 10 Zlatunic, 8 Dzelalija – 9 Zgela (ab 89. 41 Kalfic)

Tore: 1:0 Komljenovic (2.), 1:1 (38.), 1:2 (58., Foulelfmeter), 2:2 Cosic (68.), 3:2 Eigentor (80.), 4:2 Dzelalija (84.), 5:2 Zgela (88.)

Gelbe Karten: L. Rados (19.), Skvaric (58.) / SG Telekom-Post (40., 65.)

Geschrieben von: Manuel Herceg