SpielberichteSpielbericht: Roland West - Croatia

Spielbericht: Roland West - Croatia

Endlich! Im dritten Anlauf der erste „Dreier“

In einer kampfbetonten Begegnung gewinnt der HNK Croatia Köln bei der DJK Roland West mit 4:2 (2:1). Die Heimelf präsentiert sich als die erwartet lauf- und kampfstarke Mannschaft. Die Curak-Elf verspielt eine zwischenzeitliche 2-Tore-Führung, bleibt jedoch weiter am Ball und setzt sich am Ende doch noch entscheidend ab.

Nach einer wetterbedingten Absage der Partie gegen den SuS Nippes 12 II in der Vorwoche ging es für die „kölschen Kroaten“ nun zur DJK Roland West. Kristijan Curak und sein neuer Co-Trainer Andrija Mihalj, ebenfalls ehemaliger HNK-Kicker, des Weiteren schon als Spielertrainer für die damalige Croatia-Reserve verantwortlich, durften gespannt sein, ob ihre Schützlinge endlich den ersten Sieg in der neuen Spielzeit einfahren würden.

Gleich in der ersten Spielminute legte der HNK einen wunderbaren Start hin. Dimitrios Gelastopoulos schlug einen langen Pass in die Spitze. Die Situation schien ungefährlich, doch Marko Dzelalija setzte konsequent nach und nutzte tatsächlich eine kurze Unachtsamkeit des Verteidigers zum blitzschnellen 1:0. Ein Schockzustand war bei den Hausherren allerdings nicht zu erkennen. In der 9. Minute kam die Heimelf nach einem Eckstoß zu ihrer ersten Gelegenheit, der Ball wurde jedoch über den Kasten geschossen. Knapp zehn Minuten später konnte der HNK seine Führung ausbauen. Einen Einwurf von Frankopan Bago verlängerte ein Roländer unglücklich per Kopf. Die ungewollte Vorlage nahm Danijel Matic dankend an und traf ins lange Eck zum 2:0 (18.). Im Croatia-Lager machte sich Zufriedenheit breit, die Partie schien aus HNK-Sicht in die richtige Richtung zu gehen. Doch der Schein trog, die Curak-Elf ließ den Gegner unnötigerweise wieder ins Spiel kommen. In der 27. Minute kamen die Gastgeber im Strafraum zum Abschluss, HNK-Keeper Ivan Busic wehrte den leicht abgefälschten Ball allerdings ab. Kurz darauf gerieten die „Kroaten“ erneut in Bedrängnis, Kapitän Danijel Komljenovic blockte den Torschuss jedoch stark (30.). Nach einer Gelastopoulos-Ecke versuchte es Jozo Radmilo per Direktabnahme, das Leder ging aber knapp am Kasten vorbei (33.). In der 39. Minute spazierte ein Roländer durch die Croatia- Defensive, ließ dabei drei Gegenspieler stehen und vollendete mit einem Schuss aus dem Fußgelenk. Vom Innenpfosten prallte der Ball ins Netz – nur noch 1:2. Zweifelsohne ein sehr schöner Treffer, der HNK machte es dem Schützen jedoch auch nicht sonderlich schwer. Mit vernünftigem Abwehrverhalten hatte dies nämlich nichts zu tun. Kurz vor dem Seitenwechsel gab es noch eine kuriose Szene. Ein Befreiungsschlag von Gelastopoulos aus der eigenen Spielhälfte entwickelte sich auf dem kleinen Ossendorfer Aschenplatz zu einem überraschenden Torschuss, der sich gefährlich senkte und nur knapp über den Querbalken flog. Der Roländer Schlussmann hatte allerdings aufgepasst und wäre zur Stelle gewesen (45.).

Sehr verärgert zeigte sich Trainer Curak über den zeitweisen Auftritt seines Teams. Wie schon vor zwei Wochen beim JSV Köln baute man den Gegner auch diesmal trotz eigener Führung wieder auf. Sogar ein Zwei-Tore-Vorsprung brachte dem HNK nicht die nötige Ruhe ein. Curak reagierte und nahm den gelb-rot-gefährdeten Tomislav Rados vom Feld. Dafür brachte er Ivan Nevistic, der die Position des rechten Verteidigers bekleiden sollte. Bago rückte dafür ins defensive Mittelfeld. Zudem bereitete er seine Elf auf eine weitere Umstellung vor. Vedran Kosic würde in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs Ljubo Rados ersetzen und sich in die Angriffsmitte orientieren, der bullige Ante Zgela sich dafür ins offensive Mittelfeld fallen lassen und Matic auf den linken Flügel ausweichen. Kurz gesagt: Ein Wechsel, der im weiteren Verlauf eine entscheidende Rolle spielen sollte.

Zunächst einmal erlebte der HNK in der 49. Minute eine wahre Schrecksekunde. Die Heimelf setzte einen Freistoß an den Innenpfosten, von dort landete die Kugel genau in Busics Armen. An dieser Stelle hatten die „Kroaten“ mächtig Glück. In der 68. Minute ergab sich dagegen für die Curak-Elf die todsichere Chance zum 3:1. Der Roländer Torhüter schlug ein Luftloch, Kosic legte die Kugel quer, sodass Matic gegen den Verteidiger auf der Torlinie eigentlich nur noch locker einzunetzen brauchte. Stattdessen jagte er das Leder an die Latte. Wahnsinn! Anschließend überschlugen sich die Ereignisse. In der 72. Minute flutschte Busic ein relativ harmloser Fernschuss durch die Arme ins Tor – 2:2. Quasi im Gegenzug folgte aber bereits die Croatia-Antwort. Kosic setzte den durchgestarteten Zgela glänzend in Szene, der wiederum die Nerven behielt und den Ball zur erneuten Führung im gegnerischen Kasten unterbrachte – 3:2 (73.). In der 76. Minute hätte Matic abermals für eine Vorentscheidung sorgen können. Nach einem herrlichen langen Gelastopoulos- Pass scheiterte er allerdings im 1-gegen-1 am Torwart. Nur eine Minute später sah ein Roländer Angreifer eine völlig berechtigte rote Karte (77.). In der Schlussphase packte ein Akteur der Gastgeber den berühmt-berüchtigten Hammer aus – ein Schuss wie ein Strahl. Das Spielgerät drohte mit aller Gewalt im Gehäuse einzuschlagen, doch Croatia-Keeper Busic fischte das Leder mit einer fantastischen Parade aus dem rechten oberen Eck und machte seinen groben Fehler, der zum 2:2 führte, damit mehr als gut – 1A. Die anschließende Ecke bescherte den Hausherren eine dicke Chance, der Roländer platzierte den Ball aber knapp neben den Pfosten (83.). In der 90. Minute erlöste Kosic den Croatia-Anhang schließlich, als er einen Konter zum 4:2 abschloss. Zgela hatte dabei die Vorarbeit geleistet. Daraufhin hätte Roland West nochmal verkürzen können. Busic war bei dem schön platzierten Kopfball bereits geschlagen, doch Komljenovic stand wieder goldrichtig und klärte die Kugel auf der Linie (91.). Dann war der erste Saisonsieg endlich unter Dach und Fach.

Die Zuschauer erlebten unterhaltsame 90 Minuten. Die fußballerisch nicht gerade hochwertige, dafür aber sehr intensiv geführte Begegnung lebte von ihrer großen Spannung und den Emotionen. Die Einwechslung von Kosic war zweifelsohne wegweisend für den späteren Erfolg. Aber auch die beiden anderen Einwechselspieler, Nevistic und Tomislav Soldan, erfüllten ihre Aufgabe sehr konzentriert und einwandfrei. Das Team muss aber lernen, mit einer Führung richtig umzugehen und sein Spiel dementsprechend zu gestalten. Daher musste es sich berechtigterweise auch nach Spielende nochmal einige kritische Bemerkungen von Curak gefallen lassen. Sehr lobenswert war jedoch die Tatsache, dass man sich nach dem gegnerischen Ausgleich nicht den Schneid abkaufen ließ, sondern eindrucksvoll zurückschlug. Bleibt zu hoffen, dass dieser Erfolg lediglich ein verspäteter Startschuss für die Mannschaft war und sie von nun an ihre Punkte kontinuierlich sammeln wird.

Ein Heimspiel-Doppelpack steht dem HNK Croatia Köln als nächstes bevor. Zuerst wartet am kommenden Donnerstag das Nachholspiel gegen den SuS Nippes 12 II. Anstoß ist um 19:30 Uhr. Drei Tage später müssen die Curak-Schützlinge im Derby gegen den TFC Köln II antreten. Anpfiff ist um 15 Uhr.

Aufstellung: 1 Busic – 23 Bago, 6 Radmilo, 13 Komljenovic, 2 Skvaric (ab 66. 3 Soldan) – 5 T. Rados (ab 46. 17 Nevistic), 7 Gelastopoulos – 8 Dzelalija, 41 Matic, 11 L. Rados (ab 49. 9 Kosic) – 10 A. Zgela
Tore: 0:1 Dzelalija (1.), 0:2 Matic (18.), 1:2 (39.), 2:2 (72.), 2:3 A. Zgela (73.), 2:4 Kosic (90.)
Gelbe Karten: T. Rados (27.), Dzelalija (57.), Matic (58.), Kosic (75.), Gelastopoulos (78.), Komljenovic (78.) / DJK Roland West (6., 51.)
Rote Karte: DJK Roland West (77.)

Geschrieben von: Manuel Herceg