SpielberichteSpielbericht: Croatia vs. Holweide III

Spielbericht: Croatia vs. Holweide III

Packender Thriller bis zum Schluss

Erst in der Nachspielzeit gibt die Begegnung zwischen dem HNK Croatia Köln und dem SC Holweide III Aufschluss über einen Sieger. Die Curak-Elf darf dank des 3:1 (1:1)-Erfolgs die Punkte behalten. Der eingewechselte Joni Quorayt liefert eine überragende Partie ab.

Im Vorfeld der Partie gegen den bisher erfolgreichen Aufsteiger SC Holweide III konnten die Trainer Kristijan Curak und Andrija Mihalj ein wenig aufatmen. Durch die Rückkehr einiger wichtiger Akteure standen ihnen ein paar Optionen mehr zur Verfügung.

Den ersten Durchgang nutzten beide Mannschaften über weite Strecken, um ihre spielerische Linie zu finden. Dennoch hätten sowohl die „kölschen Kroaten“ als auch die Rechtsrheinischen bereits in der absoluten Frühphase der Partie in Führung gehen können. Den Anfang machten dabei die Gäste, als sie nach einem Eckstoß auf den langen Pfosten frei zum Abschluss kamen, Croatia-Keeper Ivan Busic diesen jedoch abwehrte (2.). Auf der anderen Seite fischte der Gästetorwart einen guten Schuss vom wiedergenesenen Vedran Kosic nach Flanke von Marko Dzelalija gekonnt aus dem linken unteren Eck (5.). Nach 16 Minuten verlängerte die Gästeelf einen Freistoß per Kopf, den Busic jedoch sicher über die Latte lenken konnte. Kaum ersetzte Uwe Keuwel den verletzten Lukas Bajcic, ging der HNK auch schon in Front. Ante Zgelas Schussversuch konnte ein Verteidiger noch blocken, Dzelalija traf im Anschluss dann aber aus kurzer Distanz zum 1:0 (19.). Die Antwort der Holweider Drittvertretung ließ allerdings nicht lange auf sich warten. In der 23. Minute nutzte ein Angreifer ein großes Missverständnis zwischen den beiden Innenverteidigern Danijel Komljenovic und Josip Zgela, um die Kugel mit einem überlegten Heber im Tor unterzubringen – 1:1. Bis fünf Minuten vor dem Seitenwechsel tat sich nicht mehr viel, dann allerdings ging es urplötzlich Schlag auf Schlag. Zunächst waren es wieder die Gäste, die nach einem Freistoß gefährlich wurden, als sie einen aussichtsreichen Kopfball neben den Kasten setzten (40.). Dimitrios Gelastopoulos drang nach einer schönen Einzelaktion in den gegnerischen Strafraum ein, jagte den völlig verunglückten Ball aber weit am Gehäuse vorbei (41.). Ein wunderbares Zusammenspiel zwischen Dzelalija und Kosic, der dem Flügelspieler die Kugel exzellent per Hacke in den Lauf spielte, zwang den Gästetorhüter zu einer Glanztat. Dzelalija traf das Leder aus etwa 25 Metern optimal, doch der Keeper konnte sich mit einer schönen Flugeinlage auszeichnen (42.). Kompliment an alle Beteiligten in dieser Szene. Auch in der nächsten Situation fehlte nicht viel. Kosic leitete die Kugel nach einer Gelastopoulos-Ecke per Kopf weiter auf A. Zgela, der aus der Drehung nur knapp über das Tor zielte (43.). Die letzte Aktion gehörte dem Aufsteiger, dessen Schuss aus der zweiten Reihe ebenfalls nur knapp über den Querbalken flog, Torhüter Busic wäre aber zur Stelle gewesen (44.).


In den ersten 45 Minuten sahen die Zuschauer ein Spiel, das für den zweiten Abschnitt noch viel Spannung versprach, zumal sich keines der Teams bislang entscheidende Vorteile erspielen konnte. Der ebenso wieder einsatzfähige Tomislav Rados ersetzte Marko Matic im defensiven Mittelfeld.

Die zweite Halbzeit begann erst einmal so wie der erste Durchgang aufhörte. Gleich in der 46. Minute tankte sich A. Zgela von der linken Außenbahn bis zur Strafraumgrenze durch, setzte seinen wuchtigen Schuss aber klar über das Gehäuse. Eine Minute später übernahm A. Zgela die Rolle des Vorbereiters, doch Dzelalija ließ die sehr gute Möglichkeit ungenutzt, indem er am Schlussmann scheiterte (47.). Nachdem Kosic im Strafraum angespielt wurde, den Ball per Drehschuss jedoch ein gutes Stück neben den Kasten platzierte (48.), zeigte Busic seine ganze Qualität. Einen tollen Fernschuss, der viele Torhüter vermutlich zu einer Glanzparade gezwungen hätte, fing Croatias Nummer 1 fast mühelos (50.). In der 52. Minute wurde es für den Aufsteiger bitter. Keuwel verlängerte einen Gästefreistoß per Kopf in Richtung eigenes Tor, woraufhin der Gegner zum vermeintlichen 1:2 traf. Der Unparteiische gab den Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung jedoch nicht. In der 60. Minute kam A. Zgela erneut in Schussposition, aber wieder nur drüber. Kosic spielte einen Pass in die Tiefe, der Torwart parierte schließlich gegen Gelastopoulos (62.).

Was kurz darauf folgte, trieb den Rechtsrheinischen abermals die Zornesröte ins Gesicht. Gelastopoulos setzte wiederum zu einem ganz starken Solo an. Im Strafraum wurde er zwar von einem Verteidiger zu Fall gebracht, dieser spielte allerdings auch eindeutig den Ball. Der „Gefoulte“ nahm das Geschenk jedenfalls dankend an und verwandelte den Strafstoß ganz sicher zum 2:1 (67.). In der 72. Minute verpasste Keuwel den dritten Croatia-Treffer. Nach einem schönen Zusammenspiel mit Kosic kam er von der Sechzehnergrenze zum Schuss, der Ball flog aber am linken Pfosten vorbei. Einen gut getretenen Holweider Freistoß hielt Busic souverän (79.). Nach 81 Minuten bekamen die Gäste sogar vom HNK persönlich die Kugel aufgelegt, als Kapitän Komljenovic dem Gästespieler eine Flanke genau vor die Füße köpfte. Dieser traf das Spielgerät daraufhin so ungünstig, dass der Ball deutlich neben dem Tor landete. Aus dieser sehr guten Schussgelegenheit hätte der Aufsteiger mehr machen müssen. Auch Kosic gelang es nicht für ruhigere Schlussminuten zu sorgen. Er sah, dass der Keeper etwas zu weit vor seinem Kasten stand, sein gut gedachter Heber ging aber am langen Pfosten vorbei (83.). Das Team von Christian Tschorn brachte das Leder in der 86. Minute nach einem weiteren Standard per Kopf vors Croatia- Tor, die HNK-Defensive konnte die Kugel allerdings im Fünf-Meter-Raum aus der Gefahrenzone schlagen. Auch in der 89. Minute war noch keine Entscheidung in Sicht. Dzelalija ließ eine sehr gute Möglichkeit nach einem langen Sprint liegen, als er den Ball am langen Eck vorbeischoss. Möglicherweise fehlte da nach einem kräftezehrenden Spiel auch ein wenig die nötige Konzentration. So war es A. Zgela vorbehalten, in der Nachspielzeit für die Erlösung zu sorgen. Einen langen Holweider Ball fing der HNK ab, indem der ebenfalls eingewechselte Quorayt das Leder Keuwel in den Fuß köpfte. Dieser nahm Fahrt auf und trieb die Kugel durchs Mittelfeld, ehe ein Zuspiel auf den rechten Flügel folgte. Dzelalija passte ins Zentrum zu Kosic, der es wieder mit einem Heber probierte, diesmal jedoch an der Unterkante der Latte scheiterte. Ein Verteidiger versuchte noch zu klären, aber der herangerauschte A. Zgela warf sich in den Ball und drückte ihn so zum 3:1 über die Linie (93.).

Zugegeben, zwei Schiedsrichterentscheidungen beeinflussten die Partie erheblich. Demnach war der Holweider Frust und Ärger völlig nachvollziehbar. Die Zuschauer sahen eine äußerst spannende sowie hart umkämpfte Begegnung, in der sich beide Teams nichts schenkten. Die Curak-Elf bot insgesamt eine gute Leistung mit starker Laufarbeit im Mittelfeld gegen einen ebenfalls guten Gegner, der durchaus in der Lage ist, einen gepflegten Ball zu spielen. Zudem glaubte das Team endlich mal bis zur letzten Sekunde an sich, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war, jedoch ein ungemein wichtiger Erfolgsfaktor sein kann. Die Mannschaft muss nur noch versuchen, sich bei einem offenen Spielausgang nicht zu sehr von Emotionen treiben zu lassen, denn dann wirkt das HNK-Spiel zu hektisch und zerfahren. In dieser Hinsicht muss man kontrollierter und abgebrühter agieren. Bedauernswert war sicherlich das frühzeitige Ausscheiden von Bajcic, aber Keuwel ersetzte ihn vor allem im zweiten Durchgang sehr gut. Bleibt zu hoffen, dass es nichts Ernstes ist und Bajcic schnell wieder fit wird. Gute Besserung. Schön, dass hingegen Kosic und T. Rados beschwerdefrei blieben. Normalerweise möchte man nach so einem Spiel nur ungern jemanden hervorheben, da alle 14 Jungs ihren Beitrag geleistet haben. Aber Quorayt kann man einfach nicht umgehen, ohne ihm ein Sonderlob auszusprechen. Zunächst einmal war es schön, ihn wieder im Team begrüßen zu dürfen. Was der Rechtsverteidiger nach seiner Einwechslung ablieferte, war einfach überragend. Mit viel Tempo und gewaltigem Vorwärtsdrang machte er dem Gegner das Leben sehr schwer. Aber auch defensiv ließ er nichts anbrennen. Gratulation nochmal an die Spieler und Trainer, Curak und Mihalj können mit ihren Jungs wirklich zufrieden sein.

Am kommenden Sonntag gastiert der HNK Croatia Köln beim heimstarken CfB Ford Niehl II. Anstoß ist um 12:45 Uhr.

Aufstellung: 1 Busic – 3 Nevistic (ab 54. 6 Quorayt), 13 Komljenovic, 17 J. Zgela, 2 Skvaric – 4 M. Matic (ab 46. 5 T. Rados), 10 Bajcic (ab 18. 18 Keuwel) – 8 Dzelalija, 7 Gelastopoulos, 11 A. Zgela – 9 Kosic
Tore: 1:0 Dzelalija (19.), 1:1 (23.), 2:1 Gelastopoulos (67., Foulelfmeter), 3:1 A. Zgela (90. + 3.) Gelbe Karten: Skvaric (40.), Komljenovic (52.), A. Zgela (70.) / SC Holweide (31., 66.)

Geschrieben von: Manuel Herceg