SpielberichteSpielbericht: Auweiler-Esch vs. Croatia

Spielbericht: Auweiler-Esch vs. Croatia

Weitere Niederlage zum Jahresabschluss 

Der HNK Croatia Köln vergeigt auch den Rückrundenauftakt völlig. Nach einer missratenen ersten Halbzeit unterliegt die Curak-Elf beim SV Auweiler-Esch mit 2:5 (0:3) und überwintert auf einem enttäuschenden neunten Tabellenplatz. 

Vier Siegen am Stück folgte eine ebenso lange Pleitenserie. Die Frage stellte sich nun: Wo führt die Reise hin? Würde im letzten Spiel des Jahres die nächste Niederlage dazukommen oder würde der HNK in der Lage sein, diese Negativserie (endlich) zu durchbrechen? Die kämpferisch starke Leistung am letzten Donnerstag gegen den Ligaprimus VfL Leverkusen II stimmte Trainer Kristijan Curak und seine Truppe jedenfalls zuversichtlich. 

Denkbar schlecht sollten die "kölschen Kroaten" allerdings in die Partie starten. In der 5. Minute leistete sich Kapitän Danijel Komljenovic einen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung. Die Heimelf schaltete blitzartig um, ein genaues Zuspiel in die Schnittstelle der Abwehr und der Angreifer hatte keinerlei Probleme, die Kugel an Aushilfskeeper Ivan Nevistic vorbei ins Netz zu befördern. Ein gelungener Spielzug bescherte dem HNK seine erste Gelegenheit. Marko Skvaric eroberte das Leder, sein Zuspiel auf Vedran Kosic leitete dieser umgehend auf Danijel Matic weiter. Der wiederum hob den Ball über die gegnerische Defensive hinweg in den Strafraum, wo Marko Dzelalija schnell den Abschluss suchte, die Kugel allerdings klar über das Gehäuse flog (9.). Nach einer Auweiler-Ecke wurde es gefährlich, als ein aufgerückter Verteidiger mit seinem Kopfball die Latte traf (19.). Einen tollen Kosic-Schuss entschärfte der gute Auweiler-Keeper mit einer herrlichen Parade (21.). In der 32. Minute musste der HNK einen in der Entstehung unglücklichen Strafstoß hinnehmen. Wolfgang Wolgast-Zivkovic ging nach einem Zweikampf zu Boden und spielte dabei den Ball mit der Hand. Auweiler verwandelte sicher zum 2:0. Nur drei Minuten später düpierte die Heimelf die Croatia-Defensive mit einem simplen langen Ball. Die flache Hereingabe von der rechten Außenbahn verwertete man zum 3:0 (35.). In der letzten nennenswerten Szene vor dem Seitenwechsel köpfte Dimitrios Gelastopoulos eine Skvaric-Ecke vors Auweiler-Gehäuse, wo Dzelalija versuchte, den Ball aus ganz kurzer Distanz im Gehäuse unterzubringen. Letztlich stand ein Verteidiger im Weg und wusste das Spielgerät zu klären (38.). 

Vom Kampfgeist aus dem Leverkusen-Spiel war in den ersten 45 Minuten rein gar nix zu sehen. Einmal mehr fing sich das Curak-Team viel zu einfache Gegentore ein und brachte sich damit - wie schon gegen Ditib in der Vorwoche - zur Pause klar auf die Verliererstraße. 

Im zweiten Durchgang nutzten die Gastgeber ihren ersten Angriff, um auf 4:0 zu erhöhen. Diesmal war es ein halbhoher Ball von der linken Seite, den ein Auweiler-Kicker technisch sauber verwerten konnte (46.). Nachdem der Torhüter der "Gelben" einen harmlosen Matic-Schuss aus der zweiten Reihe problemlos abwehrte (51.), gab es eine Minute später einen HNK-Freistoß exakt an der Strafraumgrenze. Ante Zgela zirkelte diesen auf den zweiten Pfosten, Kosic beförderte die Kugel zurück in die Mitte, wo Gelastopoulos zunächst aus sehr kurzer Entfernung scheiterte, ehe Dzelalija im Nachschuss zum 1:4 aus Croatia-Sicht traf (52.). Nach 57 Minuten gab es eine Doppelchance für den HNK. Einen Kosic-Schuss wehrte der Torhüter ab, woraufhin Komljenovic per Kopfball zum Torerfolg kommen wollte. Ein Verteidiger klärte jedoch ebenfalls per Kopf, sodass der eigene Schlussmann gar nicht erst eingreifen musste. In der 62. Minute setzte Kosic einen Kopfball nach schöner Dzelalija-Flanke neben den Kasten. Möglicherweise schraubte sich der Angreifer für den Bruchteil einer Sekunde zu früh in die Höhe, vielleicht war aber auch der Flankenball einen Tick zu hoch. Nach 75 Minuten vergab Auweiler einen "Hochkaräter", als ein völlig ungedeckter Angreifer im Zentrum eine Hereingabe komplett verfehlte. Auf der Gegenseite verpasste der HNK auf die nahezu gleiche Art und Weise eine hervorragende Schussmöglichkeit, als Dzelalija beim Versuch der Ballannahme die Kugel unter dem Schlappen durchrutschte (77.). Nachdem die Hausherren das Leder neben das Gehäuse platzierten (78.), vergaben sie in der 79. Minute eine glasklare Möglichkeit. Ein Auweiler-Spieler rannte alleine aufs Croatia-Tor zu, sein Heber überlistete Keeper Nevistic zwar, ging jedoch auch ganz knapp am Pfosten vorbei. Die Schlussminuten musste die Heimelf nach einer gelb-roten Karte in Unterzahl bestreiten (83.). Einen Freistoß von Lukas Bajcic köpfte Dzelalija am Kasten vorbei (84.). In der 87. Minute rannte ein Angreifer nach einem weiten Torwart-Abschlag aus mehr als klarer Abseitsposition erneut alleine aufs HNK-Tor zu und zimmerte das Ding ins linke obere Eck - 5:1. Nur eine Minute später tauchte wieder ein Auweiler- Kicker einsam vor Nevistic auf, doch diesmal lenkte dieser den Ball an den Querbalken (88.). Dzelalija zielte bei einer erstklassigen Chance aus zentraler Position weit am Tor vorbei (89.), ehe ein guter Zgela-Abschluss schön vom Torhüter pariert wurde (92.). Tief in der Nachspielzeit konnte der HNK schließlich noch das 2:5 erzielen. Einen geblockten Kosic-Schuss beförderte Gelastopoulos nochmal in die Gefahrenzone, Dzelalija war am Ende per Kopf erfolgreich (94.). 

Im Grunde war es ganz einfach. Der HNK wachte in dieser Begegnung viel zu spät auf und nahm die Zweikämpfe erst an, als man quasi mit dem Wiederanpfiff 0:4 hinten lag. Gerade über die Zweikämpfe ins Spiel zu finden, hatte man sich eigentlich von Beginn an vorgenommen. Die Betonung liegt dabei ganz klar auf "eigentlich". Das Geschehen spielte sich im zweiten Durchgang zumeist in der Auweiler-Spielhälfte ab, allerdings wirkte das Spiel auf beiden Seiten durch die häufigen fehlerbedingten Ballbesitzwechsel oftmals sehr zerfahren und chaotisch. Der Einsatz nach der Pause war in Ordnung, eine Wende war dank der schlechten ersten Halbzeit und des deutlichen Rückstandes nicht mehr möglich. Die Mannschaft fällt damit um einen Tabellenrang auf Platz 9. 

Das Fußballjahr 2014 ist für die „kölschen Kroaten“ nun beendet. Die Jungs sollen erstmal regenerieren und insbesondere die Köpfe wieder frei bekommen. Die jüngsten Misserfolge gilt es auf alle Fälle zu verdauen und mit Ablauf des Jahres auch endgültig hinter sich zu lassen. Im Januar geht es dann mit neuem Elan in die Vorbereitung auf die - im März startende - weitere Rückrunde. In diesem Sinne wünscht der HNK allen Beteiligten, die sich dem Verein in welcher Form auch immer verbunden fühlen, sowie allen Freunden des Fußballkreises Köln fröhliche und besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis 2015! 

Aufstellung : 1 Nevistic - 7 Gelastopoulos - 6 Wolgast, 13 Komljenovic, 3 Soldan, 2 Skvaric - 8 Dzelalija, 11 A. Zgela, 10 Bajcic, 41 D. Matic (ab 76. 5 Obsivac) - 9 Kosic 

Tore: 1:0 (5.), 2:0 (32., Handelfmeter), 3:0 (35.), 4:0 (46.), 4:1 Dzelalija (52.), 5:1 (87.), 5:2 Dzelalija (90. + 4.) 

Gelbe Karten: Gelastopoulos (47.), Wolgast-Zivkovic (87.), Komljenovic (90. + 1.) / SV Auweiler- Esch (73.) 

Gelb-Rote Karte: SV Auweiler-Esch (83.) 

Geschrieben von: Manuel Herceg