SpielberichteRückrunde 2014-15

Rückrunde 2014-15

„Halbzeitfazit“

Das neue Jahr 2015 ist wenige Tage alt, die Winterpause lässt den Ball ruhen – noch!

Kurz vor Beginn der Vorbereitung auf die im März beginnende restliche Rückrunde nutzen wir die Zeit, um den bisherigen Saisonverlauf der Kölner Croatia nochmal Revue passieren zu lassen. An den ersten sechs Spieltagen wechselten sich ergebnistechnisch Licht und Schatten ab. Zwei Siegen (4:2 bei Roland West, 3:0 gegen Nippes 12 II) standen drei Niederlagen gegenüber (1:2 gegen Auweiler, 0:1 gegen TFC II sowie ein klares 0:7 in Merkenich). Zudem gab es noch ein Remis (2:2 beim JSV). Das Desaster in Merkenich schien die „kölschen Kroaten“ schwer getroffen zu haben, doch überraschenderweise sollte genau nach dieser derben Niederlage die Wende folgen.

Vier Siege in Folge (2:1 gegen Telekom-Post, 4:0 bei Süryoye, 4:2 gegen GW Nippes II, 3:1 gegen Holweide III) hievten den HNK nach 11 Spieltagen vorübergehend auf Platz 5. Der durchwachsene Saisonstart schien vergessen, das Team von Kristijan Curak und Andrija Mihalj schien auf dem richtigen Weg zu sein. Mit Holweide III hatte man sogar einen direkten Konkurrenten bezwingen können, doch als es dann darum ging, seine Position zu festigen bzw. weiter zu verbessern, fiel die Mannschaft in ein Loch und versagte mehr oder weniger auf ganzer Linie. Die nächsten fünf Partien, in denen es nahezu ausschließlich gegen Gegner auf Augenhöhe (tabellarisch gesehen) ging, verlor der HNK nach teilweise schockierenden Vorstellungen nicht nur allesamt, sondern dazu noch größtenteils deutlich (0:6 bei Ford Niehl II, 1:3 bei Weiler II, 1:6 bei Ditib, 1:5 gegen VfL Leverkusen II, 2:5 in Auweiler). Fünf Pleiten in Serie bedeuteten einen neuen Negativrekord, diese Misere ließ den HNK auf Platz 9 zurückfallen. Noch nie stand man zu einem Zeitpunkt, wo die Tabelle doch schon eine gewisse Aussagekraft hat, so schlecht da.

Dass es gerade zum Jahresende nochmal personell eng wurde, steht außer Frage. Dies allerdings als alleinige Entschuldigung für die schwachen Resultate zu nehmen, wäre dann doch etwas vermessen. Weder Trainer noch Spieler sind mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, doch Curak und Mihalj sind keine Personen, die den Kopf gleich in den Sand stecken. Die beiden Übungsleiter blicken nach vorne und versuchen mit der bevorstehenden Vorbereitungsphase unter anderem auch Aufbauarbeit zu leisten. Dabei wird es im Kader kleinere Veränderungen geben. Flügelspieler Ljubo Rados hat den HNK verlassen, zwei weitere Akteure bleiben in den weiteren Planungen unberücksichtigt. Dass der Kader demnächst jedoch wieder breiter werden muss, ist unabdingbar. Von wochenlangen bis hin zu Langzeitausfällen hatte das Curak-Team einiges zu verkraften. Nach und nach werden nun Spieler wie Frankopan Bago, Ante-Toni Cosic, Jozo Radmilo, Josip Zgela, insbesondere aber auch Stammkeeper Ivan Busic zurückerwartet. Wolfgang Wolgast-Zivkovic und Ivan Bilic stießen nach langer Pause immerhin schon kurz vor dem Jahreswechsel wieder zur Mannschaft. Wünschenswert wäre zudem, dass es zwei weiteren Stützen des Teams, nämlich Tomislav Rados und Joni Quorayt, die zeitlich bedingt nicht regelmäßig in der Hinserie eingesetzt werden konnten, gelingt, in der Rückrunde, sofern möglich, öfter dabei zu sein. Marko Skvaric wird angesichts einer schweren Handverletzung dagegen noch lange pausieren müssen. Rückkehr: Ungewiss. Auf diesem Wege nochmal die besten Genesungswünsche an unseren knallharten Außenverteidiger.

Verhältnismäßig früh wird der HNK in die Wintervorbereitung starten, genauer gesagt am 13. Januar. Der Fokus wird dabei ganz klar auf der Trainingsarbeit liegen, welche wiederum durch eine überschaubare Anzahl an Testspielen ergänzt wird. Gemeinsam gilt es nun, das abgelaufene Jahr hinter sich zu lassen und mit neuer Kraft, neuem Mut und Elan das neue Jahr anzugehen. Wenn dann noch die positive Energie eines Ante Zgela, der in dieser Saison bisher zweifelsohne zu den Lichtblicken zählte, auf den Rest der Mannschaft übertragen werden könnte, wäre eine solide Grundbasis schon einmal geschaffen. Mit großem Willen, eiserner Disziplin, bedingungslosem Einsatz, hoher Lauf- und Kampfbereitschaft – kurz: mit absoluter mannschaftlicher Geschlossenheit, wie sie ein Atletico Madrid in Perfektion verkörpert, kehrt auch der sportliche Erfolg zurück. Ganz sicher. Dies ist zwar mit viel Arbeit auf dem Trainingsplatz verbunden, doch am Ende des Tages wird sich diese Arbeit auszahlen. Und nebenbei, einige Tabellenplätze sind damit auf alle Fälle gutzumachen. Forza HNK!

Geschrieben von: Manuel Herceg