SpielberichteSpielbericht: Rot-Gelb Wesseling vs. Croatia

Spielbericht: Rot-Gelb Wesseling vs. Croatia

HNK unterliegt in Wesseling

In seinem ersten Vorbereitungsspiel auf die Rückrunde verliert der HNK Croatia Köln beim B-Ligisten Rot-Gelb Wesseling mit 2:8 (1:5). So schlecht wie es das Ergebnis auf den ersten Blick vermuten lässt, hat sich die Curak-Elf allerdings nicht präsentiert.

Die erste Etappe der Vorbereitungsphase führte die „kölschen Kroaten“ zum Rhein-Erft-Team Rot- Gelb Wesseling. Der in der Liga noch ungeschlagene Spitzenreiter (12 Siege, 4 Remis), der zudem seine letzten sechs Punktspiele vor der Winterpause allesamt siegreich gestalten konnte, sollte eine anspruchsvolle Aufgabe für die Curak-Schützlinge darstellen.

Gerade einmal 40 Sekunden waren bis zur ersten Großchance absolviert, als Stürmer Vedran Kosic nach einem weiten Ball frei vor dem Tor auftauchte, die Kugel aber neben das Gehäuse setzte (1.). Kapitän Danijel Komljenovic klärte eine flache Hereingabe von der rechten Seite stark und verhinderte so, dass ein Angreifer im Zentrum unbedrängt abschließen konnte (6.). Dank energischer Gemeinschaftsarbeit verhinderten Aushilfskeeper Ivan Nevistic und Außenverteidiger Tomislav Soldan, dass der Ball die Torlinie überschreitet (7.). Nach 11 Minuten schlenzte die Heimelf einen Freistoß nur knapp neben den Kasten. Wenige Augenblicke später setzte ein Offensivspieler der Gastgeber das Spielgerät aus leicht spitzem Winkel am langen Eck vorbei. Eine dicke Kopfball-Chance wusste Nevistic zu parieren, ehe er Sekunden später einen weiteren Torschuss abwehren konnte (12.). In der 16. Minute nutzte der B-Ligist einen Stellungsfehler in der Croatia-Hintermannschaft zur Führung. Im ersten Anlauf scheiterte man noch aus kurzer Distanz, der Nachschuss zappelte dann aber im Netz – 1:0. Der RG-Keeper parierte eine gute Chance von Lukas Bajcic, im zweiten Versuch platzierte Kosic den Ball knapp über den Querbalken (18.). In der 21. Minute verpasste Dimitrios Gelastopoulos ein kluges Bajcic-Zuspiel nur um den Bruchteil einer Sekunde. Eine Minute später bescherte dem HNK ein schwerer Abspielfehler erneut eine hervorragende Möglichkeit. Kosic stürmte wieder alleine auf das Wesselinger Tor zu, seinen Lupferversuch pflückte der Torwart jedoch mühelos herunter (22.). Den nächsten Kopfball der Hausherren konnte Nevistic noch abwehren (24.), in der 29. Minute war er allerdings machtlos, als ein Abschluss unter der Latte einschlug – 2:0. Eine Schussgelegenheit von Ante Zgela parierte der gegnerische Schlussmann (35.), ehe das Rhein-Erft-Spitzenteam einen Konter souverän und erfolgreich zu Ende spielte – 3:0 (37.). Zwei Minuten später nahm ein an der Sechzehnergrenze postierter RG-Kicker einen weit getretenen Eckstoß direkt, Nevistic war die Sicht versperrt, demnach blieb ihm nicht genug Zeit, um zu reagieren – 4:0 (39.). Gelastopoulos probierte es anschließend aus der zweiten Reihe, aber vorbei (42.). Ein abermals schnell vorgetragener Angriff der Wesselinger endete mit einer flachen Hereingabe vom linken Flügel. Der erste Stürmer verfehlte das Leder im Zentrum zunächst, doch am langen Pfosten fand sich noch ein zweiter Abnehmer, der zum 5:0 vollendete (43.). In der Schlussminute zeigte sich auf Croatia-Seite dann wenigstens A. Zgela treffsicher, der ein gutes Zuspiel von Ante-Toni Cosic zu einem präzisen Schuss ins lange Eck nutzte – 5:1 (45.).

Dass die körperliche Fitness nach gerade einmal zwei Trainingstagen in Form von intensiven Laufeinheiten noch längst nicht Idealzustand haben kann, ist keine Überraschung. Überhaupt empfand Trainer Curak die Bewegungen seiner Spieler als zu träge und fügte hinzu, dass das Umschaltspiel, wenn es darum ging, zügig hinter den Ball zu kommen, demnach nicht gut funktionierte. Trotzdem sah er keinen Grund, betrübt zu sein. Schließlich bestreitet man solche Spiele, um zu erkennen, woran man im weiteren Verlauf der Vorbereitung arbeiten muss. Da mit dem Gegner sowie Schiedsrichter ein unbeschränktes Wechselkontingent ausgemacht wurde, nahm Curak zur Pause auch gleich davon Gebrauch. Kosic, Jozo Radmilo und Josip Zgela blieben erstmal draußen, dafür kamen mit Ivan Bilic, Mirko Obsivac und Sinisa Kelcec alle drei Ergänzungsspieler auf einen Schlag ins Spiel.

Ein schwerer Abwehrschnitzer bescherte der Curak-Elf eine riesige Doppelchance. Gelastopoulos gelang es nicht den Torwart zu überwinden, Marko Dzelalija stand daraufhin der Außenpfosten im Weg (49.). In der 52. Minute klappte es dagegen besser. Bajcic setzte Dzelalija mit einem tollen Pass in Szene. Dessen Schuss wehrte der RG-Torhüter gut ab, den Nachschuss wuchtete A. Zgela zum 2:5 ins Netz. Eine sehr gute Gelegenheit ergab sich für Obsivac, der sich nach einem Komljenovic-Freistoß unbemerkt vors Tor schlich, den Ball allerdings freistehend neben den Kasten beförderte (54.). Nachdem Nevistic einen Abschluss hielt (55.), bekam Kosic eine gute Schussposition, schoss das Leder jedoch weit am Gehäuse vorbei (58.). In der 63. Minute vergab Wesseling eine Großchance, um nur eine Minute später wieder zu einer hervorragenden Möglichkeit zu kommen. Diesmal landete ein Heber der Gastgeber jedoch nur auf dem Tornetz (64.). Kurz darauf schraubte sich ein RG-Kicker nach einem Eckstoß in die Höhe und köpfte zum 6:2 ein (67.). Einen strammen Freistoß – ein Schuss wie ein Strahl – aus knapp 30 Metern wehrte Nevistic ab (70.), ehe ein Wesselinger völlig frei vor ihm auftauchte und mühelos zum 7:2 traf (72.). In der 77. Minute hätte der HNK zu einer großen Gelegenheit kommen können, doch im entscheidenden Moment versprang Kosic die Kugel. Auf der anderen Seite war Nevistic schon geschlagen, doch der RG-Spieler schoss letztlich einen Croatia-Verteidiger an, wodurch ein weiterer Treffer der Heimelf verhindert wurde (78.). Aus der eigenen Spielhälfte startete ein Wesselinger Kicker in der 82. Minute eine ganz starke Einzelaktion, an deren Ende er auch HNK-Keeper Nevistic keine Abwehrchance ließ – 8:2. Ein herrlicher Pass überlistete die gesamte Croatia- Defensive, die sich daraus ergebende Großchance parierte Nevistic allerdings (83.). Zwei Minuten vor Abpfiff gab es dann nochmals eine hervorragende Möglichkeit für Wesseling, die Nevistic ebenfalls abwehrte (88.).

Eine muntere Begegnung mit insgesamt zehn Toren erlebten die Zuschauer auf dem schönen Wesselinger Kunstrasenplatz. Curak forderte gleich zu Beginn einen starken Spielpartner, den er mit den „Rot-Gelben“ dann auch bekam. Die Heimelf spielte gerade über die Außenbahnen sehr gefällig, zeigte sich dort ziemlich durchsetzungsstark und kreierte sich so eine gewisse Anzahl an Torchancen, die auch einige Male zum Erfolg führten. Von den körperlichen Defiziten mal abgesehen, war der HNK über 90 Minuten betrachtet keine sechs Tore schlechter. Im Gegensatz zu den Gastgebern war die Curak-Elf bei der Verwertung der eigenen Möglichkeiten nicht konsequent und kaltschnäuzig genug. Im Endeffekt alles kein Problem, das Resultat ist zweitrangig, die Partie diente letztlich als gute Einheit, um sich langsam wieder an den Spielrhythmus heranzutasten. Und diese Einheit gegen einen spielerisch überzeugenden sowie fordernden Gegner war in der Tat gut. Einen herzlichen Dank an den Wesselinger Torwart-Trainer Stephan Schmitz, der die Begegnung ermöglichte, für das Interesse und die Zusage. Des Weiteren viel Erfolg und alles Gute für die Restsaison, die hoffentlich mit dem Aufstieg in die Kreisliga A gekrönt wird. Der erste Test ist damit abgehakt, der HNK blickt weiter nach vorne. Die Vorbereitung ist noch lang, es bleibt also genügend Zeit, um beispielsweise an der Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen oder an der Rückwärtsbewegung bzw. der Defensivarbeit des Gesamtteams zu feilen. Wenn die Jungs so mitziehen wie in der ersten Trainingswoche, dann darf man optimistisch sein. Kristijan Curak und Andrija Mihalj werden jedenfalls alles daran setzen, dass Team bis zum ersten Meisterschaftsspiel gegen den JSV Köln am 08. März auf den Punkt genau vorzubereiten.

Sofern es zu keinen kurzfristigen Änderungen mehr kommt, bestreitet der HNK Croatia Köln sein zweites Testspiel am Sonntag, den 01. Februar um 14:30 Uhr beim SV Hellas Troisdorf – einem A- Ligisten aus dem Sieg-Kreis. Ein weiterer richtiger Härtetest für den HNK.

Aufstellung: 1 Nevistic – 2 Soldan (ab 62. 7 Gelastopoulos), 13 Komljenovic, 6 Radmilo (ab 46. 18 Bilic (ab 73. 6 Radmilo)), 17 J. Zgela (ab 46. 3 Kelcec) – 4 Cosic (ab 85. 18 Bilic) – 8 Dzelalija, 10 Bajcic (ab 64. 17 J. Zgela (ab 79. 2 Soldan)), 7 Gelastopoulos (ab 57. 9 Kosic), 11 A. Zgela (ab 79. 10 Bajcic) – 9 Kosic (ab 46. 5 Obsivac)

Tore: 1:0 (16.), 2:0 (29.), 3:0 (37.), 4:0 (39.), 5:0 (43.), 5:1, 5:2 A. Zgela (45., 52.), 6:2 (67.), 7:2 (72.), 8:2 (82.)
Gelbe Karte: Komljenovic (69.)

Geschrieben von: Manuel Herceg