SpielberichteSpielbericht: Lindenthal-Hohenlind IV vs. Croatia

Spielbericht: Lindenthal-Hohenlind IV vs. Croatia

Ein Sieg, der mit Vorsicht zu genießen ist

Der HNK Croatia Köln gewinnt sein Testspiel beim C-Ligisten SC Borussia Lindenthal- Hohenlind IV mit 7:1 (2:0). Der Gastgeber bestreitet die Partei über (nahezu) die komplette Spielzeit allerdings mit nur zehn Akteuren.

Ein weiterer Test führte die Curak-Elf in den tiefen Kölner Süden zur vierten Mannschaft des SC Borussia Lindenthal-Hohenlind. Das Team von Peter Hönkhaus ist jedoch alles andere als eine reine Spaßtruppe, dies verdeutlichen auch die Abschlusstabellen der jüngeren Vergangenheit. Auch in dieser Saison ist die „Vierte“ des SCBLH wieder im oberen Drittel zu finden. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten lief man zur Hochform auf und gewann die letzten sieben Spiele vor dem Jahreswechsel allesamt. Insbesondere auf heimischem Geläuf erwies sich die Hönkhaus-Elf als eine Macht. Lediglich am ersten Spieltag gab man in Form eines Unentschiedens Punkte ab, die weiteren sechs Heimpartien konnten alle gewonnen werden. Auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen konnte man seinen positiven Lauf fortsetzen. Der HNK erwartete demnach einen spannenden Vergleich. Mit Antonio Rosic testete Trainer Kristijan Curak zudem einen Neuling, der sich auch prompt in der Startelf beweisen durfte.

In der 4. Minute gab es die erste sehr gute Croatia-Chance. Ante Zgela lieferte die Vorarbeit, Vedran Kosic platzierte den Ball aber am langen Pfosten vorbei. Die Heimelf kam auf der anderen Seite nach einer flachen Hereingabe von der rechten Seite zu einer dicken Möglichkeit, doch der Abnehmer traf das Leder nicht optimal und setzte es folglich neben den Kasten (7.). Eine Flanke von Lukas Bajcic bescherte erneut Sturmführer Kosic eine gute Gelegenheit, seine Direktabnahme flog jedoch knapp am Gehäuse vorbei (11.). Endlich durften die „kölschen Kroaten“ wieder den etatmäßigen Stammkeeper Ivan Busic in ihren Reihen begrüßen. Und der machte nach 13 Minuten auf sich aufmerksam, als er einen Linksschuss mit einem schönen Reflex aus dem rechten unteren Eck fischte. In der 17. Minute spielte Dimitrios Gelastopoulos einen tollen Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr, Marko Dzelalija bewies Übersicht, sodass A. Zgela keine Mühe hatte, den Querpass zu verwerten – 0:1. Die Heimelf schoss die Kugel kurz darauf aus halblinker Position nur knapp über den Querbalken (20.), ehe ein schöner Abschluss der Hönkhaus-Truppe aus etwa 18 Metern an die Latte klatschte (26.). A. Zgela tankte sich durch, seinen wenig druckvollen Schuss parierte der Keeper souverän (27.). Eine Minute später tanzte Bajcic dank feiner Technik durch den gegnerischen Strafraum, überließ den Ball dann A. Zgela, der die Aktion ebenbürtig fortführte und schließlich zum 0:2 traf – eine glänzende Szene der Croatia-Offensive (28.). Im HNK-Sechzehner wurde es daraufhin brenzlig. Eine flache Hereingabe erreichte den gewünschten Abnehmer dank eines tollen Grätschschritts von Jozo Radmilo nicht. Ein Schussversuch für die Hausherren ergab sich dennoch, Radmilo blockte diesen erfolgreich, ehe Busic den Nachschuss endgültig entschärfte (30.). Kosic agierte in der nächsten Situation nicht optimal, wodurch es für die Gastgeber auch nicht gefährlich wurde. Doch Sekunden später spielte Gelastopoulos einen tollen Pass, A. Zgela setzte die Kugel aber am Tor vorbei (32.). Croatia-Keeper Busic reagierte gut und konnte vor einem Angreifer klären, wenige Augenblicke später leistete sich Josip Zgela einen schlimmen Aussetzer, als sein Rückpass beim Gegner landete. Die Hönkhaus-Elf wusste das Geschenk allerdings nicht zu nutzen, denn den anschließenden Querpass nagelte ein SCBLH-Kicker lediglich ans Lattenkreuz. Das war schon mehr als „nur“ eine Großchance (35.). In der 40. Minute konnte Busic einen Fernschuss abwehren. Nach guter Vorarbeit von A. Zgela vergab Dzelalija eine „Hundertprozentige“, als er frei vor dem Kasten auftauchte, jedoch am Schlussmann scheiterte (42.). Bajcic bediente Kosic in der Nachspielzeit, dessen Abschluss ebenfalls pariert wurde (46.).

Trotz Führung war Curak nicht wirklich zufrieden mit dem Auftritt seiner Schützlinge. Insbesondere war ihm die Rückwärtsbewegung ein Dorn im Auge. Des Weiteren forderte er eine geschicktere Raumaufteilung seines Teams.

Kaum lief der zweite Durchgang, schon flog ein weiter Radmilo-Ball in Richtung A. Zgela. Der hatte lediglich den Keeper vor sich, scheiterte jedoch an diesem – eine sehr gute Möglichkeit (46.). In der 50. Minute verpasste Kosic einen langen Ball von Geburtstagskind Tomislav Rados um Haaresbreite. Wenige Sekunden später lieferte Rados erneut ein sehenswertes Zuspiel in die Tiefe, Gelastopoulos setzte sich mit einem Kraftakt durch und spitzelte das Leder am Torhüter vorbei ins Netz – 0:3. Kurz darauf bot sich den Hausherren eine Freistoß-Gelegenheit, aber Busic packte sicher zu (54.). Ein Zuspiel von Bajcic bescherte A. Zgela eine hervorragende Chance. Frei vor dem Tor blieb er ein wenig im Kunstrasen hängen und schob die Kugel somit am Kasten vorbei (56.). Nach 61 Minuten sollte das anders aussehen. Tomislav Soldan leitete den Angriff ein, Kosic passte den Ball weiter zum sträflich ungedeckten A. Zgela, der das Leder, obwohl der Torhüter mit den Fingerspitzen noch dran war, ins Netz schlenzte – 0:4. Nur eine Minute später konnte das Hönkhaus-Team auf 1:4 verkürzen. Nach einer Flanke von der rechten Seite kam ein Angreifer zum Abschluss, Busic, dem die Sicht von zwei Verteidigern versperrt wurde, sah den Ball viel zu spät und hatte folglich keine Reaktionsmöglichkeit mehr (62.). Nach einem langen Rados-Pass war Kosic auf und davon, im entscheidenden Moment legte er sich den Ball jedoch zu weit vor, der Keeper hatte das Spielgerät daraufhin sicher (63.). In der 67. Minute kam Bajcic zu einer Großchance. Gelastopoulos spielte einen Pass in die Gasse, Kosic ließ den Ball wunderbar passieren, der Jüngste im Team startete durch, scheiterte aber am Torhüter. Die Heimelf spielte ebenfalls weiter munter nach vorne. Zuerst konnte man Busic nicht überwinden (68.), dann setzte man den Ball am langen Eck vorbei (70.). Nachdem sich der SCBLH-Torwart als aufmerksam und mitspielend erwies, indem er weit aus seinem Kasten lief, um gegen Kosic zu klären (72.), ergab sich erneut eine gute Chance für die Heimelf. Wieder schoss man das Leder am Gehäuse vorbei (73.). Anschließend parierte Busic einen Schuss aus spitzem Winkel (75.). In der 79. Minute erreichte ein Gelastopoulos-Pass Kosic, der zwar den Schlussmann überlisten konnte, einen Torerfolg aber trotzdem nicht feiern durfte, da ein Verteidiger den Ball noch auf der Linie klärte. Nach 83 Minuten steckte Bajcic die Kugel glänzend durch, Gelastopoulos umkurvte den Keeper und netzte mühelos zum 1:5 ein. Kurz darauf ein nahezu identisches Bild wie in Halbzeit eins. Dzelalija legte das Leder quer, A. Zgela traf ins leere Tor zum 1:6 (86.). Um ein Haar hätte Soldan den Torhüter überrascht, der wie alle anderen auch fest mit einer Flanke rechnete. In Schlitzohr- Manier zielte der Außenverteidiger jedoch aufs Tor, der Ball ging aber nur ans Außennetz (88.). Einen gefühlvollen Bajcic-Ball über die gegnerische Defensive hinweg wusste Dzelalija bestens zu verarbeiten, um im Anschluss den Keeper zum 1:7-Endstand zu überwinden (90.). In der Nachspielzeit kam Kosic noch zu einer letzten Möglichkeit, doch im Gegensatz zu seinen Kollegen fehlte ihm in dieser Partie ein wenig das Glück, denn er jagte den Ball deutlich über das Gehäuse (92.).

Auf den ersten Blick ein tolles Ergebnis gegen einen guten Gegner. Doch das Resultat ist in Wahrheit trügerisch. SCBLH-Trainer Hönkhaus stand nur ein sehr dünner Kader zur Verfügung, gerade mal elf Spieler waren einsatzbereit. Zu allem Überfluss kam dann noch Verletzungspech hinzu, denn das Spiel war kaum angepfiffen, als A. Zgela beim ersten richtigen Zweikampf mit einem Verteidiger zusammenprallte. Der Abwehrspieler kehrte zwar nochmal auf den Platz zurück, musste nach einigen Minuten dann aber doch endgültig passen, sodass der SCBLH IV bereits in einer Frühphase der Begegnung gezwungen war, mit zehn Akteuren weiterzuspielen. Ein großes Kompliment, dass die Heimelf die Motivation aufrechterhielt und die Partie seriös zu Ende spielte. Ein großer Dank dafür, auch wenn ein reeller Kräftevergleich so natürlich (leider) nicht entstehen konnte. Beim HNK bleibt eines wie gehabt: Ante Zgela trifft und trifft und trifft.... Die „Dampflokomotive“ ist in bestechender Form. Verdientermaßen führte er die Mannschaft in Abwesenheit von Danijel Komljenovic erstmals als Spielführer aufs Feld und zeigte einmal mehr, dass er nicht nur in der Angriffsmitte, sondern auch als Flügelspieler auf der linken Außenbahn brandgefährlich für das gegnerische Gehäuse ist. Mit seiner derzeitigen Abschlussstärke kann und wird Zgela ein bedeutender und gewinnbringender Faktor in den bald anstehenden Punktspielen sein. Natürlich lebt ein Team nicht einzig und allein von einem Spieler, daher sollen die übrigen Jungs auch nicht in den Hintergrund geraten. Testspieler Rosic kann ein gutes Zeugnis ausgestellt werden, als Linksverteidiger lieferte er eine sehr aufmerksame Vorstellung ab. Als Mannschaft zeigten sich die „kölschen Kroaten“ wechselhaft. Hinsichtlich der gezeigten Offensivleistung gibt es nicht unbedingt viel zu bemängeln, das sah phasenweise schon ganz gut aus. In Bezug auf die Defensivleistung – das gilt für das Team als Ganzes – besteht definitiv noch Verbesserungspotential. Da muss der HNK noch wesentlich mehr an Stabilität gewinnen. Und auch insgesamt muss die Mannschaft beständiger werden, Licht und Schatten wechseln sich im Laufe von 90 Minuten (noch) zu häufig ab. Ein bisschen Zeit zur Korrektur bleibt Trainer Curak und seinen Schützlingen ja noch. Aber gemeinsam werden die Jungs das packen. Einen herzlichen Dank an Trainer Peter Hönkhaus für das Interesse und die Zusage, dem SCBLH IV weiterhin viel Glück und alles Gute für die in Kürze beginnende Restrunde. Sofern die Südkölner ihren Siegeszug in der Meisterschaft weiter fortsetzen, kann im Kampf um Platz 2, der eventuell auch zum Aufstieg berechtigt, ernsthaft eingegriffen werden.

Am nächsten Sonntag spielt der HNK Croatia Köln beim B-Ligisten RSV Rath-Heumar. Beginn der Partie ist um 15 Uhr.

Aufstellung: 1 Busic – 19 Soldan, 6 Radmilo, 17 J. Zgela (ab 72. 13 Kelcec), 50 Rosic (ab 56. 3 Obsivac) – 5 Rados, 7 Gelastopoulos – 8 Dzelalija, 10 Bajcic, 11 A. Zgela – 9 Kosic
Tore: 0:1, 0:2 A. Zgela (17., 28.), 0:3 Gelastopoulos (50.), 0:4 A. Zgela (61.), 1:4 (62.), 1:5 Gelastopoulos (83.), 1:6 A. Zgela (86.), 1:7 Dzelalija (90.)
Karten: Fehlanzeige

Geschrieben von: Manuel Herceg