SpielberichteSpielbericht: Rath-Heumar vs. Croatia

Spielbericht: Rath-Heumar vs. Croatia

Knappe Niederlage zum Ende der Vorbereitung

Auf schwer bespielbarem Boden unterliegt der HNK Croatia Köln in seinem letzten Testspiel beim B-Ligisten RSV Rath-Heumar mit 2:3 (1:1). Mit großer Spannung wartet man nun auf die bevorstehende Restrunde.

Am Freitagabend setzte sich die Curak-Elf in einer kurzfristig angesetzten Testpartie mit 4:0 (3:0) beim B-Ligisten NK Zrinski Langenfeld durch. Die „kölschen Kroaten“ zeigten dabei eine gute Leistung, Dimitrios Gelastopoulos (2) und Vedran Kosic (2) entschieden die Begegnung zugunsten ihres Teams. Weniger als 48 Stunden später ging es für den HNK an den östlichen Stadtrand Kölns. Dort wartete mit dem RSV Rath-Heumar ein weiterer B-Ligist. Testspieler Antonio Rosic, der bislang zu überzeugen wusste, bekam von Trainer Kristijan Curak erneut das Vertrauen geschenkt und durfte abermals von Beginn an ran.

Regenfälle in der Nacht zuvor hatten ihre Spuren hinterlassen, was demnach wenig Hoffnung auf ein attraktives Spiel machte. In der Anfangsviertelstunde tat sich nicht sonderlich viel. Die Croatia- Defensive ließ sich zwar einige Male zu einfach überlisten, beim RSV haperte es jedoch an den finalen Aktionen, wo ihnen das berühmte Quäntchen Glück fehlte. Nach 14 Minuten war es ausgerechnet der aufgerückte Linksverteidiger Rosic, der den ersten richtigen Torschuss in dieser Partie abgab, doch der Ball aus der zweiten Reihe ging ein gutes Stück am Gehäuse vorbei. Bis zur 28. Minute passierte wieder nicht viel, ehe Vedran Kosic einen Pass in den Strafraum spielte, Marko Dzelalija die Kugel aber nicht am Keeper vorbeispitzeln konnte. Kurz darauf wurde ein RSV- Spieler in zentraler Position freigespielt. Die Möglichkeit zum Abschluss bestand durchaus, doch der Ball wurde stattdessen nochmal weitergeleitet, bevor man den Torschuss wagte. Mit vereinten Kräften konnte dieser allerdings von den beiden HNK-Innenverteidigern Tomislav Rados und Jozo Radmilo erfolgreich geblockt werden (31.). Zwei Minuten später kam die Heimelf nach einem Eckstoß ungehindert zum Kopfball, den sie aber über den Kasten platzierte (33.). In der 35. Minuten markierte der RSV das 1:0. Während die HNK-Defensive in dieser Szene nicht energisch genug zu Werke ging, scheiterte der Gastgeber im ersten Anlauf am Pfosten, den Nachschuss aus sehr kurzer Distanz beförderte man dann allerdings mühelos am chancenlosen Torwart Ivan Busic vorbei ins Netz. Noch vor der Pause gelang dem HNK mit der einzigen wirklich schönen Offensivaktion der 1:1-Ausgleich. Lukas Bajcic hatte den Angriff eingeleitet, Gelastopoulos zog mit dem Ball vom linken Flügel nach innen und passte wieder zurück zu Bajcic, der seinerseits ein Auge für den mitgelaufenen Dzelalija bewies. Schließlich war es Kosic, der den tollen Angriff vollendete und die schöne Flanke des Außenbahnspielers einköpfte (40.). In der letzten Szene des ersten Durchgangs schlenzte der RSV einen Freistoß am Tor vorbei (45.). 

Eine über weite Strecken doch eher ereignisarme erste Spielhälfte bekam erst nach rund einer halben Stunde etwas mehr Schwung, was auch gleich zu einigen Torchancen auf beiden Seiten führte. Die Curak-Elf musste auf alle Fälle zusehen, dass sie in der Defensive sicherer wird und sich nicht zu leicht vom Gegner überrumpeln lässt. Curak wechselte doppelt: Frankopan Bago, der nach fast halbjähriger Verletzungspause seine Rückkehr feiern durfte, ersetzte den grippegeschwächten Sinisa Kelcec, Ivan Nevistic hütete fortan das Tor für den angeschlagenen Busic.

Kurz nach Wiederanpfiff hob ein RSV-Kicker die Kugel über den weit herausgestürmten Nevistic hinweg, der Ball ging letztlich knapp am Tor vorbei (47.). Nach guter Bajcic-Vorarbeit war ein Verteidiger im richtigen Moment gegen Kosic zur Stelle (49.). Den anschließenden Bajcic-Eckstoß wuchtete Gelastopoulos ins rechte obere Eck zum 1:2 – ein Kopfball fürs Lehrbuch (50.). In der 57. Minute setzte sich die Heimelf auf der linken Seite gekonnt durch, die scharfe Flanke war für Nevistic nicht zu erreichen, aber Rosic klärte im Fünf-Meter-Raum entscheidend. Kosic vergab dann eine „Hundertprozentige“. Der Chance ging ein Ballverlust des RSV-Linksverteidigers voraus, Gelastopoulos schaltete schnell und bediente den Croatia-Sturmführer, der völlig freistehend am Torhüter scheiterte (60.). Auf der anderen Seite ergab sich für die Heimelf nach einem Nevistic- Geschenk in Form eines leichtsinnigen Fehlpasses ebenfalls eine Großchance. Der potentielle Nutznießer konnte sich die Ecke aussuchen, platzierte den Ball jedoch neben das Tor (62.). Eine Minute später hatte HNK-Kapitän Danijel Komljenovic keiner auf der Rechnung, als er eine Bajcic- Ecke am langen Pfosten ans Außennetz köpfte (63.). Bemerkenswert: Der Schiedsrichter hatte zunächst auf Abstoß entschieden, ehe er von einem Rather Verteidiger korrigiert wurde. Respekt! Im Anschluss waren wieder die Hausherren dran. Ein Abschluss von der Sechzehnergrenze ging am Gehäuse vorbei (65.), nach einer Unsicherheit in der HNK-Defensive schoss man das Leder erneut nur neben das Tor (68.). In der 73. Minute wurde es spektakulär, als Gelastopoulos zum zweiten Mal traf – diesmal allerdings ins eigene Netz. Die Gastgeber traten einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum, wo ein RSV-Kicker zum Kopfball stieg, das Leder aber um Millimeter verpasste. „Unglücksrabe“ Gelastopoulos wollte das Spielgerät daraufhin kompromisslos aus der Gefahrenzone schlagen, der Versuch ging leider nach hinten los, der „Querschläger“ senkte sich unhaltbar ins eigene Tor – 2:2. So „perfekt“ wird der Mittelfeldspieler den Ball vermutlich nie wieder treffen. In der 83. Minute stellte sich der HNK ungeschickt an – auf Kosten eines Freistoßes, den der RSV herrlich über die Mauer hinweg zum 3:2 ins Netz schnibbelte. In den Schlussminuten versuchte das Curak-Team zumindest noch ein Remis mitzunehmen. Die Chancen dazu waren jedenfalls vorhanden. Dzelalija kam zu einem „Hochkaräter“, scheiterte jedoch im 1-gegen-1 am Schlussmann (86.). Wiederum Dzelalija konnte in der 89. Minute von einer sehr guten Möglichkeit nicht profitieren, als er die Kugel mutterseelenallein neben das Tor köpfte. In der Nachspielzeit war es schließlich der im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselte Wolfgang Wolgast-Zivkovic, der eine Gelastopoulos-Ecke nicht richtig erwischte, woraufhin sein Kopfball klar am Kasten vorbeiging (91.).

Die zweite Halbzeit bot zweifelsohne aussichtsreichere Offensivszenen und hochwertigere Gelegenheiten als der erste Durchgang. Aufgrund der Platzverhältnisse erlebte man kein wirklich ansehnliches Spiel, die Niederlage war im Endeffekt aber vermeidbar. Zu leichtfertig gingen die Curak-Schützlinge in der Schlussviertelstunde mit ihren Kontersituationen in Überzahl um. Streng genommen könnte man sagen, dass die Generalprobe vor dem Auftakt in die Restrunde verpatzt wurde. In Wahrheit wird dem HNK die knappe Pleite aber keinesfalls wehgetan haben. Im Gegenteil: Man konnte froh sein, nach längerer Zeit mal wieder auf Asche gespielt zu haben. Schließlich geht es in der Meisterschaft auch erstmal wieder nur auf diesen Untergrund. Die lange Winterpause neigt sich (endlich) dem Ende zu, die Vorbereitung geht in ihre letzten Züge. Diese Phase war rückblickend alles andere als einfach. Der Platz war fast dauerhaft nicht bespielbar, somit musste sich das Team in erster Linie auf ausgiebige Laufeinheiten gepaart mit dem ein oder anderen Ausflug in die Halle beschränken. Doch die Jungs beschwerten sich nicht über etwas, das sie ohnehin nicht beeinflussen konnten, und zogen super mit. Dank der Spielpartner, die über einen Kunstrasenplatz verfügen, konnte glücklicherweise gewährleistet werden, dass die Truppe wenigstens einen gewissen Umfang an Spielpraxis bekommt. Der Blick ist ausschließlich nach vorne gerichtet, die Restrunde kann kommen, die Vorfreude ist groß. Einen herzlichen Dank noch an RSV-Kapitän Sean Kelly und Trainer Rene Vancik für das Interesse und die Zusage sowie viel Erfolg und alles Gute für die Restsaison, die den Rathern im Normalfall ein weiteres Jahr in der B bescheren sollte und hoffentlich auch bescheren wird.

Noch wenige Tage, dann wird die Punktejagd wieder eröffnet. Der HNK Croatia Köln darf das Pflichtspieljahr 2015 mit einem Heimspiel beginnen und würde sich beim Aufeinandertreffen mit dem JSV Köln über Unterstützung sehr freuen. Beginn der Partie ist um 15 Uhr. Forza HNK!

Aufstellung: 1 Busic (ab 46. 1 Nevistic) – 3 Kelcec (ab 46. 23 Bago), 5 Rados, 6 Radmilo, 19 Rosic – 13 Komljenovic, 15 M. Matic (ab 64. 2 Wolgast-Zivkovic) – 8 Dzelalija, 10 Bajcic, 7 Gelastopoulos – 9 Kosic

Tore: 1:0 (35.), 1:1 Kosic (40.), 1:2 Gelastopoulos (50.), 2:2 Gelastopoulos (73., Eigentor), 3:2 (83.) Karten: Fehlanzeige

Geschrieben von: Manuel Herceg