SpielberichteSpielbericht: Croatia vs. JSV Köln

Spielbericht: Croatia vs. JSV Köln

Croatia gelingt zum Pflichtspielauftakt 2015 der lang ersehnte Sieg Endlich!

Die Curak-Elf kann doch noch dreifach punkten. Zum Auftakt der Restrunde bezwingt der HNK Croatia Köln den JSV Köln mit 4:1 (3:1). Die Erleichterung bei den „kölschen Kroaten“ ist zwar spürbar, die Euphorie hält sich nach insgesamt wenig überzeugenden 90 Minuten dennoch in Grenzen.

Die lange Winterpause hat ein Ende, die Restsaison durfte endlich wieder eingeläutet werden. Passend dazu angenehmes Sonnenwetter, beste äußere Bedingungen also für die Heimpartie gegen den JSV Köln. Dafür plagten Trainer Kristijan Curak und seinen „Co“ Andrija Mihalj andere Sorgen, denn mit gerade einmal 12 Mann stand den Übungsleitern nur ein sehr dünner Kader zur Verfügung. Eine Randbemerkung: Die letzten drei Aufeinandertreffen mit dem Kontrahenten aus Weidenpesch endeten stets mit einer Punkteteilung.

Die Curak-Elf agierte zunächst einmal doch eher zerfahren, von Souveränität war in der Anfangsphase nicht viel zu spüren. Der JSV dagegen wies erstmal das strukturiertere Spiel auf und war um Ballkontrolle bemüht. Zwingend wurde es aber vor beiden Toren nicht. Nach 15 Minuten bekamen die Zuschauer dann das erste Highlight zu sehen, als Marko Dzelalija die Kugel in den Strafraum spielte und Vedran Kosic aus leicht spitzem Winkel nur den Innenpfosten traf. Nach Vorarbeit von Dimitrios Gelastopoulos stand erneut Kosic im Mittelpunkt, der das Leder zuerst alles andere als gut traf. Doch der Stürmer behielt die Orientierung und versenkte den Ball im zweiten Versuch unhaltbar ins rechte obere Eck – 1:0 (21.). Der Treffer gab dem HNK sichtlich Auftrieb, denn nur eine Minute später kam Ante Zgela aus halblinker Position zum Abschluss, jedoch verzog er ein wenig, sodass die Kugel am langen Eck vorbeiflog (22.). Kurz darauf setzte Kosic einen Linksschuss nur knapp über das Gehäuse. Kaum war der Ball wieder im Spiel, erwischte Dzelalija den JSV-Keeper mit einem Abschluss aus der zweiten Reihe auf dem falschen Fuß – 2:0 (28.). Einen schönen langen Ball von Lukas Bajcic legte Kosic gekonnt per Kopf ab. Während die JSV- Defensive in diesem Moment etwas unsortiert wirkte, startete A. Zgela gedankenschnell aus dem Halbfeld durch und jagte das Leder wuchtig ins Netz – 3:0 (34.). Einem weit getretenen Freistoß von Tomislav Rados ließ Dzelalija im Rücken seines Gegenspielers eine wunderbare Direktabnahme folgen, die nur hauchdünn über den Querbalken flog (39.). Nach 40 Minuten durften dann die Gäste ihren ersten gefährlichen Schuss abgeben, von der Strafraumgrenze ging der Ball nur knapp am rechten unteren Eck vorbei. Noch vor dem Pausenpfiff keimte bei den Gästen tatsächlich wieder Hoffnung auf. Kapitän Danijel Komljenovic wurde angeschossen, der abprallende Ball wurde zur Vorlage, ein JSV-Spieler war daraufhin den berühmten Tick schneller als Croatia-Torhüter Ivan Busic und hob das Leder mit der Fußspitze über diesen hinweg zum 1:3 aus Gästesicht (43.). 

Glücklicherweise bat der Unparteiische kurz darauf zur Halbzeit, denn nach dem Gegentreffer machte sich beim HNK die altbekannte Unruhe breit, die bei Curak und Mihalj auf wenig Verständnis stieß. Lauschte man nämlich der Halbzeitansprache der beiden Trainer hätte man meinen können, das eigene Team liegt in Rückstand. Dabei hatten die Jungs diese Unruhe überhaupt nicht nötig. Die Mannschaft spielte zwar zunächst nicht wie erhofft, doch nach dem Führungstor, das quasi als „Dosenöffner“ diente, gewann man eindeutig an Sicherheit. Die Chancenverwertung im ersten Durchgang war definitiv gut, aber auch in der Defensive ließ man kaum Zwingendes zu. Folglich gab es eigentlich keinen Grund zur Aufregung. Für die zweite Halbzeit war die Marschroute klar: Möglichst schnell den vierten Treffer nachlegen, um die Begegnung dann kontrolliert zu Ende zu spielen. Schließlich konnte man erwarten, dass der JSV seine Offensivbemühungen sicher intensivieren wird.

Tatsächlich legte die Gästeelf den Vorwärtsgang auch ein und kam in der 49. Minute zu ihrer ersten Gelegenheit nach Wiederanpfiff. Der Schuss aus der Drehung flog allerdings über das Tor. Nur eine Minute später sah man den JSV wieder im Croatia-Strafraum, der Schussversuch allerdings ohne Druck, sodass Busic sicher zupackte (50.). In der 58. Minute blockte Komljenovic einen strammen Abschluss, die daraus resultierende Bogenlampe pflückte Busic souverän herunter. Im Anschluss folgte die beste Gästechance. Nach einem Freistoß sauste ein JSV-Kicker heran und brachte die Kugel im Fallen noch aufs Tor, doch Busic tauchte ab und fischte den Ball mit einer absoluten Glanztat aus dem rechten unteren Eck (60.). Daraufhin sorgte der HNK endlich mal für ein wenig Entlastung, als sich der Gästetorhüter nicht ganz sicher in der Strafraumbeherrschung präsentierte. Die Kugel landete bei A. Zgela, der schnell reagierte, das Spielgerät aber am Tor vorbeisetzte (61.). Der JSV spielte weiter nach vorne. Ein Fernschuss ging dabei über das Gehäuse (62.), Busic wehrte einen zu unplatziert getretenen Freistoß mühelos ab (64.), ein weiterer Schussversuch senkte sich etwas zu spät, sodass er knapp über den Kasten flog, aber Busic stand am richtigen Fleck und erkannte, dass er nicht eingreifen muss (65.). In der 67. Minute nahmen die Gäste das HNK-Tor abermals unter Beschuss, doch Busic parierte wieder sicher. Nachdem ein JSV-Abschluss ein gutes Stück über den Querbalken flog (68.), kam der HNK nach einer Bajcic-Ecke zu einer Möglichkeit, Rados gelang es aber nicht, die Kugel richtig per Kopf zu drücken, woraufhin der Keeper zupacken konnte (71.). Der JSV schien nun mit seinem Latein am Ende, spätestens nach einer Ampelkarte wegen Foulspiels (79.) deutete immer mehr auf einen HNK-Erfolg hin. Erst in den Schlussminuten boten sich der Curak-Elf die Chancen, die man sich eigentlich schon wesentlich früher erhofft hatte. Eine Kosic-Direktabnahme nach Dzelalija-Flanke ging nur knapp vorbei (85.), A. Zgela tauchte nach einem Abwehrfehler frei vor dem Tor auf, platzierte das Leder jedoch neben den Kasten (86.). In der Nachspielzeit wäre es um Haaresbreite nochmal spannend geworden, aber A. Zgela warf sich wenige Meter vor dem eigenen Tor erfolgreich in die Schussbahn (92.). Wolfgang Wolgast-Zivkovic startete gegen weit aufgerückte Gäste den Konter. Ein langer Ball in den freien Raum diente Kosic letztlich als Vorlage, der behielt die Nerven und erzielte mit dem Abpfiff den 4:1-Endstand (93.).

Vor der Partie hätte man vermutlich gesagt: Ein 4:1 wäre ein Auftakt nach Maß. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war das HNK-Spiel zwischen der 15. und 40. Minute auch durchaus vorzeigbar. Aber so wie die Curak-Elf sich in der zweiten Halbzeit präsentierte, darf man kein Spiel angehen. Die Trainervorgabe, schnellstmöglich für eine Vorentscheidung zu sorgen, wurde in keinster Weise umgesetzt. Nicht mal ein Ansatz war zu erkennen. Stattdessen war das Croatia-Spiel von enormer Passivität geprägt. Man lehnte sich zurück, überließ dem Gegner die Initiative und beobachtete, was dieser mit dem Ballbesitz anzufangen weiß. Obwohl wissend, dass den Gästen gar nichts anderes übrig blieb als anzugreifen. Der JSV-Sturmlauf war glücklicherweise nicht von allzu großer Intensität. Gegen einen kreativeren sowie abschlussstärkeren Kontrahenten wäre eine solche Spielweise fatal gewesen. Unmittelbar nach Spielende sah man viele ernste und nachdenkliche Gesichter. Die Spieler erkannten wohl, dass das bloße Verwalten des Ergebnisses nicht gerade das sicherste Mittel zum Erfolg ist, denn im Grunde genommen blieb es trotz Überzahl und Zwei-Tore- Vorsprungs bis zur letzten Sekunde spannend. Dafür verantwortlich war auch das unkonzentrierte, folglich miserable Ausspielen der ein oder anderen hervorragenden Kontersituation. Fazit: Man war nicht zufrieden mit der eigenen Leistung – verständlich. Dennoch sollte man sich bei aller Kritik die Zeit nehmen, sich über den Sieg zu freuen. Nachdem man sich mit fünf Pleiten in Folge in die Winterpause verabschiedet hatte, ist dieser Erfolg zumindest doch ein kleiner Balsam für die Seele. Ein Kompliment auch an die Startelf, die (fast) gezwungenermaßen 90 Minuten ohne Wechsel durchgespielt und durchgehalten hat, was normalerweise auch eher unüblich ist. Wolgast-Zivkovic spielte überragend und krönte seine tolle Leistung mit einer Torvorlage. Fantastisch agierte ebenso Bajcic auf der „Sechs“, der zur Stabilität und Ruhe enorm beitrug und die Bälle klug, teilweise sogar exzellent verteilte. Wirft das Curak-Team die Passivität aus der zweiten Halbzeit ab, wird das eigene Spiel wesentlich überzeugender aussehen. Weiter geht’s!

Am nächsten Sonntag gastiert der HNK Croatia Köln beim SuS Nippes 12 II. Anstoß ist um 13 Uhr. Aufstellung: 1 Busic – 2 Soldan, 13 Komljenovic, 5 Rados, 6 Wolgast-Zivkovic – 4 Obsivac, 10 Bajcic – 8 Dzelalija, 7 Gelastopoulos, 11 A. Zgela – 9 Kosic

Tore: 1:0 Kosic (21.), 2:0 Dzelalija (28.), 3:0 A. Zgela (34.), 3:1 (43.), 4:1 Kosic (90. + 3.) Gelbe Karten: Bajcic (44.), Komljenovic (63.), Kosic (80.), Rados (89.) / JSV Köln (66.) Gelb-Rote Karte: JSV Köln (79.)

Geschrieben von: Manuel Herceg