SpielberichteSpielbericht: Telekom vs. Croatia

Spielbericht: Telekom vs. Croatia

Nicht unbedingt brilliert, dennoch hoch gewonnen

Neuzugang Angelo Kosic bringt den HNK Croatia Köln im Lokalderby bei der SG Telekom- Post auf die Siegerstraße. Kurz vor dem Seitenwechsel sorgen drei Tore in drei Minuten für eine vorzeitige Entscheidung. Am Ende setzt sich die Curak-Elf mit 6:2 (4:0) durch.

In der Vorwoche lieferten sich die „Kroaten“ einen beherzten Kampf mit dem Aufstiegskandidaten SV Merkenich. Nach einer couragierten Vorstellung scheiterte man denkbar knapp. Im Gastspiel bei der SG Telekom-Post wollten sich die Curak-Schützlinge nun rehabilitieren. Ivan Nevistic hatte dabei das Vergnügen, mal wieder die Torhüterrolle einzunehmen.

Nach fünf Minuten hatten die „kölschen Kroaten“ eine Schrecksekunde zu überstehen, als die Heimelf mit einem tollen Schuss aus der zweiten Reihe nur die Latte traf. Ante Zgela kam nach einem Eckstoß von Lukas Bajcic am zweiten Pfosten zum Abschluss, dem Ball fehlte es jedoch an Druck, sodass der Keeper souverän abwehren konnte (9.). Dimitrios Gelastopoulos vollendete ein schönes Solo mit einem Torschuss, der knapp an seinem Ziel vorbeiflog (13.). In der 16. Minute ergab sich für die Gastgeber eine Gelegenheit aus guter Schussposition, das Leder wurde allerdings schwach getroffen, Nevistic konnte den Ball somit locker aufnehmen. Nach einer Flanke von A. Kosic köpfte A. Zgela den Ball gegen die Laufrichtung des Torhüters, ein Verteidiger putzte die Kugel vor der Linie. Sekunden später landete das Spielgerät bei Tomislav Rados, der volles Risiko ging und aus knapp 40 Metern einfach mal draufhielt. Der Ball ging etwa einen halben Meter am rechten Pfosten vorbei (18.). In der 23. Minute spielte sich der HNK wunderbar bis zum Sechzehner. Gelastopoulos hatte bereits optimale Schussposition, ein Zuspiel auf den völlig freien A. Kosic wäre ebenso möglich gewesen. Der Mittelfeldspieler wählte stattdessen eine völlig verkehrte Option und spielte den Ball ins Niemandsland, sodass dieser ins Toraus kullerte. Wenige Minuten später arbeitete sich der HNK bis in den gegnerischen Strafraum vor, A. Zgela wuchtete das Leder auf den Kasten, die Telekom-Verteidigung blockte erfolgreich (27.). Bei der anschließenden Bajcic-Ecke entwischte A. Kosic seinem Bewacher und köpfte aus kurzer Distanz zum 0:1 ein (28.). Weitere gute Chancen folgten. Nach Vorarbeit von A. Zgela scheiterte A. Kosic diesmal am Torwart (30.). Vedran Kosic bediente Bajcic, dessen Schuss über das Gehäuse flog. Viel fehlte nicht (31.). In den Schlussminuten des ersten Durchgangs ging es dann mächtig rund. Nach einem Eckstoß der Heimelf war die Curak-Elf unaufmerksam, ein Telekom-Kicker kam am Fünf- Meter-Raum aus zentraler Position zum Abschluss, setzte die Kugel aber über den Kasten – eine sehr gute Möglichkeit. Im Gegenzug spielte A. Kosic einen tollen Ball vom rechten Flügel, Bruder V. Kosic vergab am zweiten Pfosten einen „Hochkaräter“ etwas leichtfertig – der Torwart parierte (41.). Es folgte erneut ein Bajcic-Eckstoß, Gelastopoulos zeigte sich gedankenschnell und köpfte den Ball aufs Tor. Der Keeper war bereits geschlagen, stattdessen wehrte ein Verteidiger auf der Linie die Kugel mit dem Arm ab (42.). Der Unparteiische gab den Handelfmeter, beließ es aber bei einer gelben Karte. Gelastopoulos trat an, der Torhüter ahnte die Ecke, war sogar am Ball dran, konnte das 0:2 jedoch nicht verhindern (43.). Einen Flankenball klärte ein Verteidiger per Kopf, Gelastopoulos spürte, dass mit der ankommenden Kugel etwas anzufangen ist und drosch sie aus mehr als 20 Metern per traumhafter Direktabnahme ins linke untere Eck – ein fantastisches Tor zum 0:3 (44.). Gelastopoulos versuchte dann mit einem Zuspiel in die Schnittstelle der Abwehr A. Kosic zu erreichen. Ein Defensivspieler wollte per Grätschschritt klären, erwischte seinen herausgeeilten Schlussmann damit aber auf dem falschen Fuß. Zu allem Überfluss wurde der Klärungsversuch zu einer idealen Vorlage für V. Kosic, der den Ball mühelos zum 0:4-Pausenstand einschob (45.).

Drei Tore in den letzten drei Minuten bereiteten dem Curak-Team zweifelsohne eine tolle Ausgangslage für die zweite Halbzeit. Die 4:0-Pausenführung deutete zunächst auf eine einseitige Angelegenheit hin. So einfach war es aber nicht. Im Gegenteil, der HNK tat sich auf dem kleinen Aschenplatz schwer. Das erkannte auch Trainer Kristijan Curak, dem die Lücken zwischen Offensive und Defensive gar nicht gefielen und der zudem mit dem Zusammenspiel haderte, wo es doch häufiger an der Genauigkeit fehlte. Josip Zgela ersetzte den angeschlagenen Wolfgang Wolgast-Zivkovic.

Einen Freistoß von der Sechzehnergrenze setzte die Heimelf knapp am Gehäuse vorbei (49.). Nachdem sich ein Angreifer gegen zwei „Kroaten“ auf dem linken Flügel durchsetzen konnte, schoss er die Kugel ebenfalls knapp am kurzen Eck vorbei. Hier wäre Nevistic jedoch wohl zur Stelle gewesen (52.). In der 54. Minute bescherte A. Kosic seinem Bruder mit einem Zuspiel in die Angriffsmitte sogar eine Doppelchance. Zunächst scheiterte V. Kosic nämlich am Schlussmann, im zweiten Anlauf wurde sein Ball von einem Verteidiger geblockt. Eine Minute später prüfte wiederum V. Kosic den Keeper mit einem strammen Abschluss aus vollem Lauf, den dieser allerdings entschärfte. Wenige Augenblicke später spielte Gelastopoulos einen herrlichen Pass in die Tiefe, Bajcic hob den Ball gefühlvoll über den Torhüter hinweg – Latte (55.). Weitere 60 Sekunden später gab es einen weiten Befreiungsschlag von Tomislav Soldan, der als Diagonalball hinter der weit aufgerückten Telekom-Defensive im freien Raum landete. Frankopan Bago erlief sich das Leder und überwand den Keeper zum 0:5 (56.). Es dauerte nicht lange, bis V. Kosic eine Gelastopoulos-Vorlage zum 0:6 nutzte (59.). Damit waren auch die letzten kleinen Zweifel aus der Welt geschafft. In der 65. Minute setzte V. Kosic eine Bajcic-Ecke per Direktabnahme neben den Kasten. Wiederum V. Kosic tauchte vor dem Gehäuse auf, traf die Kugel allerdings nicht richtig, somit keine Gefahr (67.). Nach 70 Minuten startete ein Telekom-Kicker bei einem Steilpass genau im richtigen Moment, Nevistic agierte etwas zu zögerlich beim Herauslaufen, sodass der Angreifer den Ball an ihm vorbeispitzeln konnte – 1:6. Kurz darauf wäre ein gegnerischer Spieler beinahe wieder durchgebrochen, doch Rados klärte stark (74.). Nachdem der Telekom-Torhüter einen Fernschuss von A. Zgela abwehrte (75.), beförderte Gelastopoulos einen Bajcic-Eckball aus kurzer Distanz über den Querbalken. Die Kugel zu nehmen, war in dieser Szene allerdings auch nicht ganz so einfach (77.). Einen Bajcic-Freistoß wehrte der Schlussmann ab (80.), bei einer Hereingabe von V. Kosic machte sich der Keeper ganz lang und verhinderte so, dass das Leder den einschussbereiten A. Zgela erreicht (82.). Nachdem J. Zgela ein Luftloch trat, kamen die Gastgeber zu einer sehr guten Möglichkeit, aber Nevistic reagierte sehenswert und lenkte den Ball mit einer Hand über die Latte (86.). In der 87. Minute ging ein abgefälschter Telekom-Ball am Croatia- Kasten vorbei. Kaum war das Leder jedoch wieder im Spiel, reagierte der HNK zu zaghaft und suchte nicht entschlossen die Zweikämpfe, folglich wurde die HNK-Defensive mit einem simplen Pass aus den Angeln gehoben und mit einem gefühlvollen Schlenzer ins rechte obere Eck erzielten die Hausherren schließlich einen weiteren Ehrentreffer zum 2:6-Endstand.

Im Großen und Ganzen durfte man mit dem Auftritt der Kölner Croatia nach enorm fairen 90 Minuten durchaus zufrieden sein. Die Curak-Schützlinge erarbeiteten sich eine komfortable, folglich sichere Führung. Bemängeln musste man allerdings – begründet durch ein Gefühl des sicheren Sieges – die etwas lasche Einstellung des Teams, die im Anschluss folgte. Logische Konsequenz waren zwei ärgerliche Gegentore, die zu einfach zustande kamen. Am Ende des Tages zählt aber das Positive, nämlich der „Dreier“. Demnach ist der Blick schon auf das nächste Punktspiel gerichtet.

Am kommenden Sonntag erwartet der HNK Croatia Köln seine Freunde vom FC Süryoye Köln. Anpfiff ist um 15 Uhr. Aufstellung: 1 Nevistic – 2 Soldan, 13 Komljenovic, 5 Rados, 6 Wolgast-Zivkovic (ab 46. 17 J. Zgela) – 8 A. Kosic (ab 58. 3 Obsivac), 10 Bajcic, 7 Gelastopoulos, 23 Bago – 9 V. Kosic, 41 A. Zgela Tore: 0:1 A. Kosic (28.), 0:2, 0:3 Gelastopoulos (43., Handelfmeter, 44.), 0:4 V. Kosic (45.), 0:5 Bago (56.), 0:6 V. Kosic (59.), 1:6 (70.), 2:6 (87.)

Gelbe Karten: A. Kosic (50.) / SG Telekom-Post (42.)

Geschrieben von: Manuel Herceg