SpielberichteSpielbericht: Croatia vs. Süryoye

Spielbericht: Croatia vs. Süryoye

Croatia-Maschinerie läuft!

Der HNK Croatia Köln gewinnt sein Heimspiel gegen den FC Süryoye Köln mit 7:0 (4:0). Danijel Matic erweist sich mit seinem Viererpack als treffsicherster Akteur. Einen faden Beigeschmack hinterlässt jedoch der Platzverweis von Dimitrios Gelastopoulos sowie das verletzungsbedingte Ausscheiden von Lukas Bajcic.

Mit dem FC Süryoye Köln pflegen die „kölschen Kroaten“ ein sehr gutes Verhältnis, zumal auch HNK-Vorstand Ivan Bago einst die Fußballschuhe für den in Chorweiler beheimateten Verein schnürte. Beide Teams erlebten beste äußere Bedingungen, endlich bot es sich mal wieder an, den heimischen Rasenplatz zu bespielen. Die Anlage in Bocklemünd war gut besucht, was sicher auch an den angereisten Gästefans lag, die dem FC Süryoye die Daumen drückten.

Gleich nach Spielbeginn gab es den ersten vielversprechenden HNK-Angriff. Vedran Kosic hatte die Kugel schön durchgesteckt, der durchgestartete Frankopan Bago hätte aus halbrechter Position sofort abziehen können. Stattdessen versuchte er den Ball querzulegen, doch ein Verteidiger blockte erfolgreich (1.). Mit einem Zuckerpass von Bajcic wurde D. Matic herrlich in Szene gesetzt, der Angreifer scheiterte aber am Keeper – erste Großchance (13.). Gelastopoulos zog kurz darauf entschlossen Richtung Tor, sein Schuss von der Strafraumgrenze ging nur ganz knapp am Kasten vorbei (15.). Süryoye probierte es daraufhin mit einem Fernschuss, aber Aushilfstorwart Ivan Cavar hielt sicher (16.). Auf der anderen Seite parierte der Torhüter einen Weitschuss von Ante Zgela (24.). Nach einer Bajcic-Ecke unterlief dem Gästeschlussmann ein Patzer, D. Matic setzte den Ball dann per Kopf nur über das Gehäuse (25.). Nach 28 Minuten durften sich die Curak-Schützlinge über den Führungstreffer freuen. Gelastopoulos bewies ein gutes Auge und passte den Ball raus auf den linken Flügel. V. Kosic spielte das Leder ideal in den Sechzehner, D. Matic rutschte in die Hereingabe und verwertete diese zum 1:0. Nachdem der Süryoye-Keeper den Winkel intelligent verkürzt hatte und Matic so aus kurzer Distanz scheiterte (30.), ließ der Angreifer nur eine Minute später den zweiten Streich folgen. Sturmpartner Kosic legte schön per Kopf ab, Matic umkurvte anschließend den Torwart und schoss den Ball gegen die Laufrichtung eines noch herbeigeeilten Verteidigers – 2:0 (31.). Eine ganz starke Aktion. In der 34. Minute erfolgte bereits die Vorentscheidung. Der Torhüter konnte einen Bajcic-Schuss zwar abwehren, beim Nachschuss von V. Kosic war er dann aber machtlos – 3:0. Aus dem Nichts kamen die Gäste zu einer dicken Gelegenheit. Der Süryoye-Angreifer startete bei einem Steilpass in den freien Raum im perfekten Moment. Die Kugel hatte er an Cavar bereits vorbeigeschoben, doch Josip Zgela grätschte den Ball kurz vor der Torlinie noch weg – erstklassige Rettungstat (36.). Einen Kosic-Kopfball konnte die Süryoye-Verteidigung ebenfalls vor der Linie klären (41.). Dann spekulierte der HNK abermals – wie schon bei der Süryoye-Großchance wenige Minuten zuvor – auf Abseits. Erneut brach ein Gästeakteur durch und wurde schließlich vom zu spät gekommenen Cavar zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß jagte der Süryoye-Sturmführer allerdings über den Kasten (43.). In der Schlussminute unterlief der Gästetorwart einen Bago-Freistoß, sodass Gelastopoulos nur noch einzunicken brauchte – 4:0 (45.).

In den ersten 20 bis 25 Minuten glich die Begegnung einem Sommerkick, hatte bestenfalls Freundschaftsspielcharakter. Der Croatia-Führungstreffer lähmte Süryoye dann aber sichtlich. Erzielte die Curak-Elf in der Vorwoche drei Tore innerhalb von drei Minuten, ließ sie sich diesmal sechs Minuten Zeit dafür. Mit einem beruhigenden 4:0 im Rücken war die Partie nach dem ersten Durchgang quasi schon entschieden.

Gelastopoulos bediente D. Matic gleich nach Wiederanpfiff, der Stürmer schoss das Leder jedoch am Tor vorbei (46.). In der 53. Minute setzte der Stoßstürmer der Gäste, gleichzeitig gefährlichster Süryoye-Spieler, einen Freistoß nur denkbar knapp neben den Kasten. Zwei Minuten später war das Spiel für ihn nach einer gelb-roten Karte jedoch beendet (55.). Nach einem Zuspiel von V. Kosic brachte Gelastopoulos die Kugel im Gehäuse unter, der Unparteiische entschied allerdings auf Abseits (58.). Ein geschickter Bajcic-Pass setzte A. Zgela in Szene, der unbedrängt mit einem Linksschuss am Keeper scheiterte (59.). Nachdem die Croatia-Offensive den Ball in mehreren Anläufen nicht ins Netz befördern konnte (60.), schlug D. Matic in der 62. Minute zum dritten Mal zu. Der eingewechselte Angelo Kosic brachte eine tolle Flanke vom rechten Flügel, der Torhüter wehrte den Kopfball von V. Kosic sehr gut ab, woraufhin Matic das Spielgerät nur noch über die Linie drücken musste – 5:0. Der bis dahin dreifache Torschütze sollte auch weiter im Mittelpunkt bleiben. Bajcic war in der nächsten Szene der Ausgangspunkt, V. Kosic leitete weiter, der Schlussmann parierte gegen Matic (63.). Der sechste Treffer folgte dennoch sehr schnell, als Matic nach einem gefühlvollen Ball von V. Kosic per Kopf erfolgreich war – 6:0 (64.). Nachdem A. Zgela die Kugel knapp am Tor vorbeischoss (65.), klärte ein Verteidiger einen Abschluss von V. Kosic nach Ansicht des Schiedsrichters noch auf der Linie (71.). In der 73. Minute passte A. Zgela das Leder in den Rückraum, der ebenfalls eingewechselte Ivan Nevistic traf mit einem überlegten Schuss ins linke untere Eck zum 7:0. A. Kosic suchte und fand D. Matic, der zwar den Torhüter überlistete, doch einmal mehr wurde der Ball vor der Linie geklärt (75.). Nach 83 Minuten holte sich Gelastopoulos innerhalb von wenigen Sekunden zweimal die gelbe Karte ab, sodass es in der Schlussphase 10 gegen 10 hieß. Den anschließenden Freistoß setzten die Gäste deutlich übers Tor. A. Kosic scheiterte frei vor dem Kasten am Keeper (85.), der dann auch noch einen Kopfball von V. Kosic abwehrte (86.). Nachdem V. Kosic einen weiteren Kopfball neben das Tor platzierte, hatte D. Matic wenige Augenblicke später ebenfalls nur den Keeper vor sich. Den ersten Versuch entschärfte dieser, der Nachschuss des Angreifers landete am Außenpfosten (87.). In der 90. Minute hätte auch wesentlich mehr herausspringen müssen, aber ein schwaches Zuspiel von V. Kosic ermöglichte dem Gästetorhüter mühelos an den Ball zu kommen.

Eigentlich müsste man auf Croatia-Seite von einem gelungenen Nachmittag sprechen, die Betonung liegt dabei auf „eigentlich“. Zu sehr ärgerte sich Trainer Kristijan Curak über die fehlende Entschlossenheit seiner Mannschaft, blieben doch noch zahlreiche erstklassige Möglichkeiten ungenutzt. Seine Sorgenfalten erhöhten sich zudem angesichts der Ampelkarte gegen Gelastopoulos sowie der Verletzung von Bajcic. Dem HNK droht im nächsten Spiel somit der Ausfall seiner kompletten Kreativabteilung, denn beide zentralen Mittelfeldspieler sind feste Größen in der Startelf. Curak wird in den nächsten Tagen sehen, ob er auf Bajcic auch verzichten muss. Ohne einen Plan B wird er aber ganz sicher nicht zur nächsten Begegnung reisen. Unserem Freund Murat Üren und seinen Jungs wünschen wir auf alle Fälle ganz viel Glück und noch mehr Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt, wo für den FC Süryoye noch alles drin ist.

Bereits am kommenden Freitag gastiert der HNK Croatia Köln bei der DJK Grün-Weiß Nippes II. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr.

Aufstellung: 1 Cavar – 2 Soldan (ab 50. 19 A. Kosic), 13 Komljenovic, 5 Rados, 17 J. Zgela (ab 68. 6 Kelcec) – 23 Bago, 10 Bajcic (ab 71. 4 Nevistic), 7 Gelastopoulos, 11 A. Zgela – 9 V. Kosic, 41 D. Matic

Tore: 1:0, 2:0 D. Matic (28., 31.), 3:0 V. Kosic (34.), 4:0 Gelastopoulos (45.), 5:0, 6:0 D. Matic (62., 64.), 7:0 Nevistic (73.) Besonderes Vorkommnis: FC Süryoye Köln verschießt Foulelfmeter (43.)
Gelbe Karten: Soldan (18.), Bago (82.), Gelastopoulos (83.) / FC Süryoye Köln (18., 44.) Gelb-Rote Karten: Gelastopoulos (83.) / FC Süryoye Köln (55.)

Geschrieben von: Manuel Herceg