SpielberichteSpielbericht: Holweide III vs. Croatia

Spielbericht: Holweide III vs. Croatia

„Kroaten“ entführen auch aus dem Rechtsrheinischen drei Punkte

Wie schon vor 14 Tagen benötigt der HNK Croatia Köln einen Rückstand, um richtig wach zu werden. Wie schon vor 14 Tagen gelingt es dem Curak-Team die Partie zu drehen, um durch ein 3:2 (0:1) beim SC Holweide III einen weiteren Auswärtserfolg zu landen.

Nach einem spielfreien Sonntag in der Vorwoche ging es für die „kölschen Kroaten“ zum SC Holweide III – der U-23 des Vereins aus dem Rechtsrheinischen. Die Heimelf spielte eine starke Hinserie, bis man von großem Verletzungspech, das einige Akteure lange außer Gefecht setzte, verfolgt wurde. Nach dem Jahreswechsel folgte eine schwache Phase des SCH III, interne Querelen sollten die Situation nicht gerade verbessern. Dank der gelungenen Hinserie befindet sich das junge Holweider Team jedoch in absolut sicheren Regionen. Der HNK siegte zuletzt bei der DJK Grün- Weiß Nippes II und rechnete sich auch in dieser Partie etwas aus.

Von Beginn an zogen sich die Hausherren weit zurück, folglich ergriff die Curak-Elf die Initiative. In der 2. Minute klärte die SCH-Verteidigung im entscheidenden Moment gegen Dimitrios Gelastopoulos. Den anschließenden Eckstoß von Danijel Matic köpfte der freistehende Vedran Kosic deutlich über das Gehäuse (3.). Ante Zgela suchte sein Glück aus rund 20 Metern, doch wieder flog die Kugel klar über das Tor (5.). Einen Gelastopoulos-Freistoß brachte V. Kosic per Kopf vor den Kasten, der aufgerückte Jozo Radmilo scheiterte aus kurzer Distanz am Keeper, zudem erkannte der Unparteiische ein Stürmerfoul (6.). In der 9. Minute wehrte Ivan Cavar den ersten Holweider Schussversuch souverän ab. Einen klugen Radmilo-Pass in die Spitze verpasste V. Kosic nur um Haaresbreite, anderenfalls hätte es brandgefährlich werden können (10.). Ein gut getretener Freistoß der Heimelf ging nur knapp über das Gehäuse, der Ball war allerdings zu zentral platziert, sodass Cavar zur Stelle gewesen wäre (17.). Eine Minute später fand erneut Radmilo die Lücke in der gegnerischen Defensive. Seinen weiten Pass nahm Gelastopoulos geschickt per Brust mit, der Ball wurde letztlich aber zu lang, demnach konnte der aufmerksame Torhüter sicher zupacken (18.). Kurz darauf erspielte sich der HNK einen „Hochkaräter“. Eingeleitet durch ein tolles Zuspiel von A. Zgela, hatte V. Kosic nur noch den Keeper vor sich. Er legte das Leder quer, Sturmpartner D. Matic suchte kurioserweise aber nicht den Torerfolg, sondern spielte die Kugel nochmal zurück auf Kosic, der dann am Torwart scheiterte. Zu allem Überfluss ertönte auch noch ein Abseitspfiff. Viel zu leichtfertig vergab der HNK in dieser Szene die eigentlich schon sichere Führung (20.). Nach einer schönen Flanke von Kapitän Danijel Komljenovic parierte der SCH- Schlussmann einen Kosic-Kopfball (24.). Einen Versuch von Frankopan Bago aus der zweiten Reihe hielt der Torwart mühelos (25.). Gelastopoulos kam nach einem guten Kosic-Zuspiel zu einer aussichtsreichen Schusschance, aber der Keeper parierte erneut (31.). In der 34. Minute wäre es dann aber um ein Haar auf der anderen Seite passiert. Ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld, ein großes Loch in der Croatia-Abwehr und schon war der Angreifer durch. Alleinstehend scheiterte er aber am glänzend reagierenden Cavar. Fünf Minuten später hatte der HNK dann eine weitere Großchance. A. Zgela legte D. Matic den Ball per Kopf wunderbar auf, der flinke Stürmer konnte den Torwart, der seine Sache hervorragend machte, aus wenigen Metern aber nicht überwinden (39.). Die nächste gelungene Offensivaktion leitete Mirko Obsivac ein, A. Zgela spielte den Ball umgehend weiter, erneut kam D. Matic in Schussposition. Das leicht abgefälschte Leder ging ganz knapp am Pfosten vorbei (42.). In Gedanken ging man wohl schon torlos in die Pause, als Tomislav Rados vom fleißigen SCH-Stoßstürmer unter Druck gesetzt wurde. Dieser konnte dann sogar einen zu kurz geratenen Rückpass erlaufen, Cavar umkurven und zum vielumjubelten 1:0 einnetzen (44.).

Das nennt man eiskalt erwischt. Die Curak-Elf hatte eindeutig mehr vom Spiel und auch die größere Anzahl an Gelegenheiten. Wenn man seine Chancen aber nicht verwertet, wird man in der Regel bestraft. Der SCH III stand sehr tief und lauerte auf Fehler, die Akteure konzentrierten sich konsequent darauf, die Räume zu schließen. Damit machte man es dem HNK sicher schwer, dennoch mussten sich die Curak-Schützlinge gefallen lassen, dass im eigenen Spiel zu wenig Bewegung herrschte, man somit behäbig und häufig ideenlos wirkte.

Wesentlich dynamischer kam der HNK aus der Halbzeitpause. Gelastopoulos auf A. Zgela, der einen tollen Pass in den Strafraum spielte, wo V. Kosic mit dem Rücken zum Kasten seinen Bewacher abschüttelte und mit einem wunderbaren Linksschuss aus der Drehung ins rechte obere Eck den schnellen Ausgleich erzielte – 1:1 (48.). Eine Minute später war wieder Kosic zur Stelle, leider setzte er eine Bago-Flanke nur neben das Tor (49.). Auf der anderen Seite verpasste die Heimelf einen weiten Ball aus dem Halbfeld nur haarscharf (56.). In der 58. Minute hatte der HNK die Partie gedreht. Radmilo, der auf ungewohnter Linksverteidiger-Position viel fürs Offensivspiel tat, passte die Kugel raus auf Gelastopoulos. Der Kreativspieler ließ einen tollen gefühlvollen Ball ins Angriffszentrum folgen. D. Matic konnte das Leder verarbeiten, scheiterte im ersten Versuch am Keeper, ehe er den Nachschuss irgendwie noch im Gehäuse unterbrachte – 1:2. In der 62. Minute herrschte große Aufregung auf Seiten der Gastgeber. Der gefährliche Stoßstürmer jagte das Spielgerät mit seinem starken linken Fuß an die Latte. Von dort prallte der Ball an Cavars Schulter, woraufhin die Hausherren vehement reklamierten, dass die Kugel erst hinter der Linie wieder aufsprang. Der Schiedsrichter ließ allerdings weiterspielen. Nachdem die Holweider einen Freistoß klar über den Kasten setzten (64.), wurde D. Matic im Sechzehner von den Beinen geholt. Wenn auch mit Hilfe des Innenpfostens, verwandelte A. Zgela den Strafstoß sehr sicher zum 1:3 (66.). Einen Fernschuss von V. Kosic wehrte der Torhüter ab (70.), einen Kopfball platzierte die Heimelf über das Gehäuse (75.). Nachdem ein Verteidiger ganz stark gegen V. Kosic klärte (77.), parierte Cavar einen Weitschuss (79.). Einen weiteren Freistoß beförderte der SCH III neben den Kasten (80.). In der 88. Minute wurde es dann nochmal richtig spannend, als der Holweider Stoßstürmer mit einem strammen Schuss ins kurze Eck das Ergebnis auf 2:3 verkürzte. Tief in der Nachspielzeit feuerten die Gastgeber einen letzten Ball ab, der jedoch weit über das Tor flog (95.).

Wieder mal musste ein Rückstand her, um die „kölschen Kroaten“ bei frühsommerlichen Temperaturen auf dem sehr schönen Holweider Kunstrasen wachzurütteln. In den zweiten 45 Minuten machte die Curak-Elf ihre Sache schon besser, wirkte lebendiger als vor dem Seitenwechsel. Fußballerisch bestand zweifelsohne noch Luft nach oben, viel wichtiger war aber die Verbuchung eines weiteren „Dreiers“. Denn schön zu spielen, am Ende aber mit leeren Händen dazustehen, bevorzugt man in einem Ergebnissport dann doch nicht wirklich. Zum Schluss wünschen wir Innenverteidiger Tomislav Rados, der sich am Ende der Partie verletzte, eine schnelle Genesung. Bleibt zu hoffen, dass die ärztliche Untersuchung keine schlechten Ergebnisse liefert.

Die Spitzenteams warten! Bis zum Saisonende hat der HNK Croatia Köln es ausschließlich mit den großen Kalibern zu tun. Hier können die Curak-Schützlinge zeigen, was in ihnen steckt. Den Anfang macht dabei der CfB Ford Niehl II, den die „Kroaten“ auf heimischer Anlage erwarten. Anstoß am kommenden Sonntag ist um 15 Uhr.

Aufstellung: 1 Cavar – 13 Komljenovic, 5 Rados (ab 90. 8 Soldan), 6 Radmilo (ab 75. 17 Kelcec) – 3 Obsivac, 10 Bajcic – 23 Bago, 7 Gelastopoulos, 11 A. Zgela – 9 V. Kosic, 41 D. Matic

Tore: 1:0 (44.), 1:1 V. Kosic (48.), 1:2 D. Matic (58.), 1:3 A. Zgela (66., Foulelfmeter), 2:3 (88.)

Gelbe Karten: Bajcic (55.), Rados (63.), V. Kosic (84.) / SC Holweide III (40., 57., 65., 90. + 4.)

Geschrieben von: Manuel Herceg