SpielberichteSpielbericht: Croatia vs. Ford Niehl II

Spielbericht: Croatia vs. Ford Niehl II

Curak-Elf siegreich – Enorm intensives Duell in Bocklemünd

Trotz einer Vielzahl an Chancen reicht es für den HNK Croatia Köln nur zu einem 1:0 (0:0)- Minimalsieg über den CfB Ford Niehl II. Die Gäste scheitern ihrerseits zweimal am Querbalken, sodass die „Kroaten“ bis zur letzten Sekunde um den „Dreier“ zittern müssen.

Den HNK Croatia Köln und den CfB Ford Niehl II verbindet eine sehr torreiche Vergangenheit. In den bisherigen drei Duellen fand der Ball insgesamt 25 Mal den Weg ins Netz. Im Vorjahr gewann der HNK das erste Aufeinandertreffen auf heimischem Geläuf mit 7:3. Das Rückspiel in Niehl ging dagegen mit 2:7 verloren. Auch in dieser Saison mussten sich die Curak-Schützlinge auswärts geschlagen geben, als man vor einem halben Jahr mit 0:6 baden ging. Das vierte Duell sollte unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Den „kölschen Kroaten“ standen gerade einmal 12 Akteure zur Verfügung. Die Gästeelf hatte derartige Probleme, gemessen an der Spielerzahl, zwar nicht, dafür reiste man nicht in Bestbesetzung an, da der Abstiegskampf der Niehler Erstvertretung in der Kreisliga A Vorrang genießt. Angesichts der Tatsache, dass es sportlich um nichts mehr ging, konnten beide Teams diese Umstände verkraften.

Von Beginn an war den Mannschaften anzumerken, dass diese Partie nicht nur ein reiner „Sommerkick“ werden würde. In der 6. Minute beförderte Ante Zgela eine präzise Flanke in den Strafraum, Vedran Kosic köpfte in zentraler Position stehend aber nur einen Verteidiger an. Im Duell mit V. Kosic unterlief dem Gästekeeper eine Unsicherheit, die Dimitrios Gelastopoulos beinahe bestraft hätte, jedoch setzte der Mittelfeldspieler die Kugel am Gehäuse vorbei (9.). In der 13. Minute hatte sich V. Kosic das Leder am Keeper vorbeigelegt, als beide Akteure zusammenprallten. Der Schiedsrichter ließ weiterlaufen, Danijel Matic schoss den Ball aufs Tor, doch ein Verteidiger klärte das Spielgerät auf der Linie per Kopf. Einen ersten, allerdings harmlosen Niehler Abschluss wehrte Ivan Cavar mühelos ab (15.). Der zweite Gästeversuch wurde dagegen um ein Vielfaches gefährlicher, als ein toller Distanzschuss an die Latte klatschte (16.). Nach einem guten Matic-Pass in die Tiefe agierte der Torwart sehr aufmerksam und klärte im richtigen Moment gegen V. Kosic (24.). Eine riesige Gelegenheit für den HNK folgte nur eine Minute später, als A. Zgela einen weiten Ball in den freien Raum spielte. V. Kosic entwischte der Gästeabwehr und hob die Kugel über den herausgeeilten Torhüter hinweg – letztlich ging das Leder knapp am Kasten vorbei (25.). In der 34. Minute parierte der CfB-Schlussmann einen Matic-Kopfball nach einer Flanke von Lukas Bajcic. Kurz darauf befand sich Gelastopoulos in optimaler Position, doch er erwischte den Ball nach einer Matic-Ecke nur minimal, sodass der Kopfball deutlich am Tor vorbeiflog (38.). Wiederum Gelastopoulos setzte die Kugel mit einem Linksschuss neben das Gehäuse (39.), ehe A. Zgela mit einer Direktabnahme nach einem Matic-Freistoß lediglich einen gegnerischen Kicker traf (40.). Tomislav Soldan versuchte den Torhüter per Weitschuss zu überraschen, dieser ließ sich allerdings nicht beirren und parierte (45.). Schließlich klärte ein Defensivspieler in der Nachspielzeit im entscheidenden Moment gegen V. Kosic (46.).

Die Zuschauer bekamen eine muntere erste Halbzeit geboten, lediglich die Tore fehlten. Trainer Kristijan Curak erkannte die vorhandene Intensität ebenfalls. Er machte sein Team darauf aufmerksam, sich in gewissen Spielsituationen geschickter zu verhalten.

Auch im zweiten Durchgang machte der HNK den Anfang. A. Zgela mit einem Zuspiel auf V. Kosic, der im Strafraum aus der Drehung zum Abschluss kam, jedoch ein Stück am langen Eck vorbei (54.). Kurz darauf gab es die nächste gute Croatia-Chance. V. Kosic köpfte den Ball nach einer Matic-Ecke aber neben den Kasten. Das Leder war kaum wieder im Spiel, als den „Kroaten“ der schnelle Ballgewinn gelang. Gelastopoulos spazierte mit einem Traumsolo, definitiv das spielerische Highlight der Partie, an mehreren Gegenspielern vorbei, belohnte sich aber leider nicht, als er den Ball lediglich neben das Tor setzte – eine Großchance (57.). Im Gegenzug folgte dann die dicke Führungschance für den CfB II. Die Gästeelf setzte sich gut auf dem linken Flügel durch, eine wunderbare Flanke erreichte einen am langen Pfosten völlig freistehenden Niehler, der die Kugel seelenruhig verarbeiten konnte, am Ende aber nur die Latte traf. Damit scheiterten die Gäste zum zweiten Mal in dieser Begegnung am Querbalken (58.). Turbulente Minuten in Bocklemünd, denn schlagartig verlagerte sich das Geschehen wieder auf die andere Seite. Ein weiter Ball von Jozo Radmilo auf den linken Flügel. V. Kosic passte die Kugel in die Mitte, wo D. Matic noch entscheidend vom Torwart gestört wurde, sodass der Angreifer das Leder im Fallen neben das Tor schoss (59.). Was innerhalb von 60 Sekunden so alles passieren kann, wurde in der 62. Minute besonders deutlich. Zunächst stürmte ein Niehler auf den HNK-Kasten zu, wurde vom schnellen Frankopan Bago aber dermaßen bedrängt, sodass er den weit herausgelaufenen Cavar nicht überwinden konnte. Sekunden später hielt Cavar einen Fernschuss sicher. Die besagte Spielminute lief noch immer, als Gelastopoulos einen traumhaften Außenrist-Pass spielte. A. Zgela setzte sich gegen den Schlussmann durch und brachte das Leder in die Mitte, letztlich traf D. Matic aus kurzer Distanz zum vielumjubelten und längst fälligen 1:0. In der 66. Minute passte Radmilo sehr gut auf und erstickte mit seiner Klärungsaktion eine potentielle Gefahr bereits im Keim. Nur eine Minute später war erneut Radmilo zur Stelle. Cavar ließ einen Freistoß abklatschen, ein Gästespieler wartete schon auf den Abpraller, doch der HNK-Innenverteidiger schlug den Ball kompromisslos aus der Gefahrenzone (67.). Nachdem die CfB-Truppe einen Schlenzer knapp über den Kasten platzierte (74.), wehrte Cavar kurz darauf einen Distanzschuss ab (77.). In den Schlussminuten holte sich Gelastopoulos gegen seine alten Kameraden die gelb-rote Karte ab (84.). Es war die zweite Ampelkarte des Mittelfeldspielers innerhalb eines Monats. Nun drückten die Niehler erst recht auf den Ausgleich, der HNK zog sich zurück und verteidigte den knappen Vorsprung mit Mann und Maus. Durch verbissen geführte Zweikämpfe schien man die Gäste vom eigenen Tor fernhalten zu können. Doch in der 93. Minute stockte dem Croatia-Anhang dann der Atem, als nach einem Zuspiel urplötzlich gleich drei Niehler freie Bahn hatten. Der Ballführende behielt die Nerven nicht, das Leder rutschte ihm beim Schuss sogar noch ein wenig über den Schlappen und flog so zum Leidwesen der Gäste am Gehäuse vorbei. Passend dazu war im Anschluss tiefes Durchatmen beim HNK angesagt, während sich der Unglücksrabe am Boden liegend die Hände vors Gesicht schlug. Somit blieb der Curak-Elf der Last-Second-Ausgleich erspart und das Team durfte sich über einen neuen „Dreier“ freuen.

Es war spannend, es war nervenaufreibend. Dass die Begegnung sportlich unbedeutend war, spürte man zu keiner Zeit. Im Croatia-Spiel lief zwar nicht alles rund, aber die Mannschaft agierte mit viel Herz und Leidenschaft. Ein schönes Beispiel dafür ist V. Kosic, der viel in Bewegung war, viel Laufarbeit verrichtete und sehr präsent agierte. Sieben Spiele in Folge traf er, erzielte dabei 11 Tore. Diesmal durfte er zwar keinen eigenen Torerfolg feiern, dies ist jedoch kein Problem, wenn der Sturmpartner trifft. D. Matic traf nun im vierten Spiel in Folge, erzielte dabei 9 Treffer. A. Zgela, zuvor als Torjäger aktiv, „beschränkt“ sich inzwischen mehr auf die Rolle des Vorlagengebers. Die Offensivreihe der „Kroaten“ funktioniert, nur die Chancenverwertung ist noch ausbaufähig. Kurios jedoch: Nach Matics Führungstreffer kam der HNK zu keiner einzigen Gelegenheit mehr. Das enorm intensive Spiel brachte das Curak-Team mit zunehmender Spieldauer an seine Grenzen. Im Gegensatz zu den Gästen, bei denen keinerlei Ermüdungserscheinungen zu erkennen waren. Bereits in der Halbzeitpause merkte Trainer Curak an, dass man es mit einem körperlich sehr fitten Gegner zu tun hat. Sehr schön jedenfalls, dass es der Truppe gelang, den eigenen Kasten sauber zu halten. Dass die Niehler auch ohne ihren absoluten Top-Angreifer gefährlich sein können, hat man gesehen. Insgesamt ließ die HNK-Defensive jedoch nicht viele zwingende Möglichkeiten zu. Ein großes Kompliment an die Truppe, zumal die Startelf quasi durchspielte. In kämpferischer Hinsicht war das schon stark, um jeden Ball wurde gefightet. Aber auch im technischen Bereich zeigte sie ihr Können. Fazit: Im vierten direkten Duell dieser beiden Mannschaften siegte gleichzeitig zum vierten Mal das jeweilige Heimteam. Lediglich auf die altbekannten Torfestivals musste das Publikum erstmals verzichten, auch wenn ein solches angesichts der vorhandenen Chancen ohne Weiteres möglich gewesen wäre.

Am Pfingstmontag steht dem HNK Croatia Köln ein weiteres Heimspiel bevor. Dann wird nämlich kein Geringerer als der Angstgegner SC Weiler-Volkhoven II zu Gast sein. Anstoß ist um 15 Uhr.

Aufstellung: 1 Cavar – 23 Bago, 19 Komljenovic, 6 Radmilo, 2 Soldan – 7 Gelastopoulos, 5 Obsivac, 8 Bajcic, 11 A. Zgela – 9 V. Kosic (ab 90. + 3. 13 Nevistic), 10 D. Matic Tor: 1:0 D. Matic (62.)


Gelbe Karten: Gelastopoulos (76.), Bajcic (79.) / CfB Ford Niehl II (44., 81.)

Gelb-Rote Karte: Gelastopoulos (84.)

Geschrieben von: Manuel Herceg