VereinÜber uns

Über uns

Kader des NK Croatia Köln (~1975)
Stehend (v.l.n.r.): Ante Vuletic, Pero Bilandzic, Ivan Bilandzic, Dragec Vrscak, Mate Kadic, Branko Vojnovic, Trainer Heltge. Hockend (v.l.n.r.): Blago Rasic, Mladen Kadic, Blago Lesko, Jozo Ledic, Kreso Musan.

Wenn man vom HNK Croatia Köln spricht, ist eigentlich von einem relativ jungen Verein die Rede. Dennoch verbirgt sich hinter dem Namen eine lange Historie, die bis weit in die siebziger Jahre zurückreicht. Genauer gesagt gründeten kroatische Einwanderer erstmals im Jahre 1974 den NK Croatia in Köln. Trotz einer damals schwierigen politischen Zeit ging der Verein unbeirrt seinen Weg und fand dementsprechend hohen Zulauf seitens der kroatischen Gemeinde. Darüber hinaus wurde jeglicher Widerspruch des damaligen jugoslawischen Regimes vollkommen ignoriert. Die Bedeutung eines eigenen kroatischen Vereins hatte daher nicht nur einen rein sportlichen Aspekt, sondern war auch ein Symbol des kroatischen Frühlings und Erwachens.

Rund zwei Jahrzehnte später wagte man einen zweiten Anlauf. In Zeiten des Unabhängigkeitskrieges entstand 1994 der SV Croatia Köln. Der sportliche Erfolg blieb allerdings aus und große interne Meinungsverschiedenheiten führten letzten Endes zur Auflösung des Vereins. Während in den nachfolgenden Jahren zahlreiche Nationen ihre eigenen Fußballvereine gründeten, war bei den „kölschen Kroaten“ eine neue Ära vorerst nicht in Sicht. Die Vorstellung eines neuen kroatischen Fußballvereins stieß jedoch in den Ohren der kroatischen Gemeinde in Köln und Umgebung  immer wieder auf große Begeisterung.

Angespornt von dem Gedanken die Idee auch in die Tat umzusetzen, entwickelten die langjährigen Freunde Ivan Rasic, Ivan Bago, Mile Duvnjak, Stanko Rasic, Danijel Dzerek, Tomislav Curkovic sowie Marko Mihaljevic einen Plan, der es ermöglichen sollte, zahlreiche talentierte und fußballbegeisterte Spieler zusammenzubringen. Nach monatelangen Mühen war es am 12. März 2010 endlich soweit – die Geburtsstunde des HNK Croatia Köln. Neben einer Vielzahl an Spielern, die dem Verein beigetreten waren, holte man mit Wilfried Wille einen sehr erfahrenen Trainer an Bord, der sowohl in sportlicher als auch menschlicher Hinsicht hervorragend in die Mannschaft hineinpasste. Nun galt es für den Trainer eine schlagkräftige Truppe zu formen, denn die vorgegebene Marschrichtung des Vorstands war klar. Die Kreisliga D sollte möglichst in der Premierensaison gemeistert werden und somit wurde der Aufstieg als erklärtes Ziel ausgerufen.

Tatsächlich krönte der HNK Croatia Köln eine überragende Saison 2010/11, in der lediglich 5 Punkte abgegeben wurden, mit dem Gewinn der Meisterschaft. Auf der Zielgeraden schaffte man es noch den ärgsten Konkurrenten, die SG Telekom-Post, von der Spitze zu stoßen. Zudem sprachen 18 Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz, 17 siegreiche Spiele in Folge sowie 119 erzielte Tore bei gerade einmal 19 Gegentreffen eine eindeutige Sprache.

Im Verein kam es jedoch für niemanden infrage, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, wollte man doch in den kommenden Jahren eine ähnlich gute Rolle spielen. So ging der HNK Croatia Köln in der Saison 2011/12 das neue Projekt „Kreisliga C“ hochmotiviert an. Auch diesmal setzte man sich den sofortigen Aufstieg zum Ziel. Trotz der hohen Erwartungshaltung konnte der Verein aufgrund der personellen Stärke seines Kaders zuversichtlich sein, die Vorgabe zu erreichen. Am Ende musste man im Meisterschaftskampf jedoch dem SC Germania Ossendorf den Vortritt lassen. Der erhoffte Aufstieg wurde zudem knapp verpasst. Dennoch verlief die Saison keinesfalls enttäuschend. Schließlich errang die Mannschaft als Aufsteiger mit 14 Punkten Vorsprung auf den DSK Köln III sowie einer Serie von 15 Spielen in Folge ohne Niederlage den Vizemeistertitel.

Ebenso erfreulich war die enorm positive Entwicklung der neuformierten zweiten Mannschaft unter Trainer Marijo Caleta, die zu Beginn der Rückrunde der Saison 2011/12 ins Geschehen der Kreisliga D eingriff. Obwohl außer Konkurrenz spielend, hinterließ das Team einen sehr guten Eindruck. Beide Mannschaften machten Hoffnung auf eine erfolgreiche kommende Spielzeit.

Auch in der Saison 2012/13 zählte der HNK Croatia Köln in der Kreisliga C zum engen Favoritenkreis. Obwohl sich die Liga im Vergleich zum Vorjahr insgesamt als ausgeglichener herausstellte, konnte sich ein Quartett dennoch zum Ende der Hinrunde ein wenig absetzen. Dazu gehörten neben dem HNK die Reserve des FC Pesch, der Aufsteiger Trabzonspor sowie der SC Schwarz-Weiß Köln. Die Konkurrenz ließ letztendlich weniger Punkte liegen, sodass der HNK die Saison auf dem 4. Platz beendete und damit den angestrebten Aufstieg zum zweiten Mal in Folge verpasste. Nur aufgrund des besseren Torverhältnisses wurde der FC Pesch II Meister vor Trabzonspor. Beide Teams durften aber den Aufstieg feiern. Trainer Wilfried Wille erklärte daher nach dem drittletzten Spieltag, als der Sprung in die Kreisliga B auch rechnerisch nicht mehr möglich war, seinen sofortigen Rücktritt. Die Vereinsführung konnte jedoch schnell einen geeigneten Nachfolger präsentieren. Robert Bunoza, ehemals hochklassiger Mittelfeldspieler, übernahm den Trainerposten somit zwei Spieltage vor Saisonende. Zudem ernannte er Ante Batarilo, der während dieser Spielzeit als Kapitän der Croatia-Reserve aktiv war, zu seinem Co-Trainer. Gemeinsam wollten sie die Zukunft des Vereins erfolgreich gestalten.

Enttäuschend verlief die Spielzeit 2012/13 dagegen für die Zweitvertretung des HNK. Bereits nach wenigen Spieltagen stellte Marijo Caleta sein Amt zur Verfügung, Defensivmann Andrija Mihalj übernahm den Job und agierte daraufhin als Spielertrainer. Viele, häufig auch vermeidbare Punktverluste und Niederlagen führten schließlich zu einer Platzierung am Tabellenende in der Kreisliga D. Denoch war eines sicher. Auch wenn die abgelaufene Saison nicht den erhofften Erfolg brachte, würde der Verein seinen eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen.

Obwohl man im Fußball auf alles vorbereitet sein sollte, rechnete niemand auch nur annäherend damit, dass die Saison 2013/2014 den HNK Croatia Köln ins Niemansland führen würde. Personalmangel, Verletzungssorgen ebenso wie Formschwächen etlicher Schlüsselspieler machten eine erfolgreiche Spielzeit jedoch unmöglich. Kurz vor dem Jahreswechsel entschied der Verein sogar, seine Reserve, die sich in der Kreisliga D im Vergleich zum Vorjahr verbessert präsentierte, aufzulösen, um den Kader der Erstvertretung personell aufzustocken und der Mannschaft mehr Halt zu geben. Es half alles nichts. Nach der Hinrunde belegte man nur den fünften Rang, der Abstand zur Tabellenspitze war zu diesem Zeitpunkt schon zu groß. Das Trainer-Duo Robert Bunoza und Ante Batarilo erklärte während der Winterpause seinen Rücktritt, Marijo Caleta, ehemaliger Übungsleiter der Croatia-Zweitvertretung, kehrte in einer enorm schwierigen sowie undankbaren Phase auf die Trainerbank zurück. In der Rückrunde, als es für den HNK eigentlich nur noch darum ging, tabellarisch das Bestmögliche zu erreichen, spielte das Team häufig wie ein Abstiegskandidat und musste sich in der Kreisliga C schließlich mit einem Platz im Mittelfeld begnügen – weit weg von den eigenen Ambitionen und Erwartungen. Nach drei Jahren mit viel Sonnenschein wurde der HNK erstmals von einem großen Unwetter eingeholt. Die Zeit steht jedoch nicht still, sodass auch bei den „kölschen Kroaten“ das Leben weitergeht. Künftig wird sich der Verein zunächst einmal kleinere Ziele setzen. In erster Linie gilt es nämlich, an alte Zeiten anzuknüpfen und wieder erfrischenden sowie begeisterungsfähigen Fußball zu zeigen.

Dabei wird der HNK auch weiterhin auf einen Faktor sicher zählen können – die lautstarke Unterstützung seiner zahlreichen Anhänger, die in den letzten beiden Jahren oftmals für staunende Blicke bei den Gegnern sorgte. Unter der treuen Fanschar befinden sich natürlich auch eine Reihe ehemaliger Spieler der ersten Kölner Croatia, die logischerweise heute nicht mehr selbst aktiv auf dem Platz stehen, sondern die junge Generation Woche für Woche passioniert anfeuern.

Mit dieser tollen Unterstützung im Rücken, der vorbildlichen Kameradschaft und dem großen sportlichen Ehrgeiz ist es auch abseits des Platzes unser Bestreben, den Club langfristig zu etablieren und somit zu einer festen Größe in der Kölner Fußballszene werden zu lassen.